Wer im Minus ist, der wird gekündigt:
KiK soll seine Mitarbeiter ausspioniert haben

Unseriöse Praktiken für Österreich nicht bestätigt Diskonter KiK: "Verfahren wird nicht mehr praktiziert"

Wer im Minus ist, der wird gekündigt:
KiK soll seine Mitarbeiter ausspioniert haben
© Bild: APA/Artinger

Der Textildiskonter KiK hat einem Medienbericht zufolge über Jahre die persönlichen Vermögensverhältnisse seiner Mitarbeiter ausspioniert. Ziel sei es gewesen, sich von Beschäftigten mit massiven finanziellen Schwierigkeiten zu trennen, meldete das ARD-Magazin "Panorama" unter Berufung auf einen Ex-Mitarbeiter. Ob auch österreichische Mitarbeiter betroffen waren, wollte KiK nicht kommentieren.

Guido Hagelstede, der für bis zu 15 Filialen und mehr als 100 Mitarbeiter in Deutschland verantwortlich gewesen sei, schilderte demnach, dass sich KiK von jedem Mitarbeiter trennte, der eine "eidesstattliche Versicherung" oder eine "Haftandrohung" hatte. Meistens habe er als Bezirksleiter den Betroffenen während der Probezeit kündigen müssen oder befristete Arbeitsverhältnisse auslaufen lassen. Problematisch sei es gewesen, Mitarbeiter zu kündigen, die bereits im Kündigungsschutz waren. "Es war immer so, dass man sich dann irgendetwas aus den Fingern saugen musste", zitiert die ARD den ehemaligen Bezirksleiter.

Die Schnüffelei hat bei KiK offenbar eine lange Tradition. "Panorama" liegt nach eigenen Angaben ein internes Schreiben des für Personal zuständigen KiK-Geschäftsführers Heinz Speet aus dem Jahr 1998 vor. Darin teile Speet "streng vertraulich" mit, KiK hole "über alle neu eingestellten Aushilfsbeschäftigten eine telefonische Auskunft bei der Creditreform ein". Hagelstede sei in dieser schriftlichen Anweisung darauf hingewiesen worden, dass in seinem Bereich einige Aushilfen "einschlägig bekannt" und deshalb "unverzüglich abzubauen" seien, hieß es.

KiK: "Verfahren wird nicht mehr praktiziert"
Dem Bericht nach erklärte KiK in einer schriftlichen Stellungnahme: "Das von Ihnen angeführte Verfahren wird bei KiK nicht mehr praktiziert." Seit Oktober 2009 arbeite man "nicht mehr mit der Creditreform und auch mit keiner anderen Wirtschaftsauskunftei" zusammen. (apa/red)

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Wie war doch gleich die Werbung? "KiK ist eben mieser als wie man denkt ..."

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