Wer tritt in die Fußstapfen Jörg Haiders? Erbstreit hinter verschlossenen BZÖ-Türen

Grabenkämpfe: Wer sich in der Partei mit wem zankt NEWS über Stefan Petzners interessante Fürsprecher

Wer tritt in die Fußstapfen Jörg Haiders? Erbstreit hinter verschlossenen BZÖ-Türen © Bild: APA/Hochmuth

Derzeit strapaziert so mancher Weggefährte Jörg Haiders seine höchstpersönlichen Erinnerungen an den orangen Übervater. „Der Jörg wollte das so“, scheint bei manch einem im BZÖ zurzeit einfach die allumfassende Antwort auf allerlei Fragen zu sein. Stefan Petzner etwa, der designierte BZÖ-Chef, beruft sich darauf, dass sein tödlich verunglückter Chef sich just ihn als Nachfolger an der BZÖ-Spitze gewünscht habe. Mag sein. In den Reihen des BZÖ herrscht darüber jedenfalls noch kein Konsens. Ist ein Erbstreit um die Nachfolge entbrannt?

Jene Menschen, die wohl am besten Bescheid wissen, was „der Jörg sich gewünscht hat“, schweigen derzeit: Seine Frau Claudia Haider und seine Schwester Ursula Haubner. Diese beiden Lebensmenschen Jörg Haiders werden aber dennoch über die Geschicke des BZÖ (mit-)entscheiden. Der Versuch, Ursula Haubner als BZÖ-Chefin und Klubchefin zu installieren, ist allerdings an ihrer eigenen Ablehnung gescheitert. Die 63-jährige Ex-Sozialministerin möchte sich nur in „einem Team einbringen“, aber nicht selbst an der Spitze stehen.

Kampf um das politische Erbe
Jörg Haiders Ehefrau bleibt derzeit auch noch dezent im Hintergrund. Und doch ist sich ein BZÖ-Insider sicher: „Die zwei werden sicher nicht zuschauen, wie Haiders politisches Erbe ruiniert wird.“ Denn im Hintergrund tobt in der orangen Welt längst ein Kampf um die politische Führung im BZÖ.

Doch der ambitionierte Jungpolitiker mit dem Faible für Udo Jürgens will nicht so einfach aufgeben. Bei einer Klubsitzung in Kärnten am vergangenen Montag rechtfertigte sich Petzner mit einer „emotionalen Ausnahmesituation“ und dass nun „nur die üblichen Haider-kritischen Journalisten“ auf ihn losgehen würden, um dem „BZÖ zu schaden“. Keine Frage, Petzner bastelt bereits an einer Dolchstoßlegende in bester Parteitradition.

Große Fussstapfen
Allein, selbst die orangen Gemüter wollen daran nicht glauben. Sie wollen allerdings auch „keine Zerreißprobe“ provozieren. Denn immerhin bilden sich in der verwirrten orangen Welt immer mehr Untergruppen und Gegner. Sie alle haben offensichtlich ihre eigenen Pläne mit dem BZÖ. Sie alle ziehen in die unterschiedlichsten Richtungen und verdeutlichen einmal mehr, wie stark diese ganze Partei nur von Jörg Haider gelenkt wurde.

Rückendeckung für Petzner
Aber Petzner hat neuerdings auch interessante Fürsprecher: Ewald Stadler etwa, der sonst gerne über den „mangelnden Intellekt“ von so gut wie jedem spöttelt, oder auch Herbert Scheibner, den braven blauen, dann orangen Parteisoldaten, der selbst mal Klubobmann war. Stadler und Scheibner ziehen Fäden. Die zwei ungleichen Herren, die einander nie in sonderlicher Vertrautheit verbunden waren, haben ihre plötzliche Bewunderung für den jungen Petzner entdeckt. Wohl nicht ohne Grund, wie ein Kenner der beiden erklärt: „Sie wollen den armen, überforderten Petzner als Marionette nach vorne stellen, damit sie selber die Fäden ziehen können. Er wäre ihnen ausgeliefert. Und sie könnten einen starken Parteiobmann verhindern.“

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