Wer sind die Entführer und ihre Mitstreiter?Die Männer hinter der "Al Kaida im Maghreb"

Wollen Gesinnungsgenossen aus Haft freipressen

Die Terrorgruppe "Al Kaida im islamischen Maghreb" will mit der Geiselnahme der beiden Österreicher Wolfgang Ebner und Andrea Kloiber ihre Gesinnungsgenossen in algerischer und tunesischer Haft freipressen. Dabei geht es laut algerischen Medienberichten vor allem um folgende Personen:

AMMARI AS-SEIFI: Auch genannt "Al-Para", der Fallschirmspringer. Er wird für die Entführung einer Gruppe von 32 europäischen Touristen, darunter auch zehn Österreicher, in der algerischen Sahara im Jahr 2003 verantwortlich gemacht. Er soll auch hinter dem Terroranschlag 2002 auf die Synagoge im tunesischen Djerba (21 Tote) stehen. Er wurde im Tschad festgenommen und an Algerien ausgeliefert. Zurzeit steht Ammari in Algier vor Gericht.

MUSAAB ABU ABDALLAH: Er soll in der Vorgängergruppe "Al-Kaidas im islamischen Maghreb", der "Salafistischen Gruppe für Predigt und Kampf" (GSPC), der zweite Mann gewesen sein.

BOUDERBAL FATAH (alias ABDEL FATTAH ABU BASIR): Er war Anführer einer auf Selbstmordattentate in Algerien "spezialisierten" Terrorgruppe und mit den Kontakten zur internationalen "Al-Kaida" Osama Bin Ladens betraut. Im Oktober des Vorjahres war er gemeinsam mit mehreren Komplizen und rund 800 Kilogramm Sprengstoff in einem Vorort der algerischen Hauptstadt Algier festgenommen worden.

Die mutmaßlichen Entführer:

YAHIA DJOUADI (alias ABOU AMMAR): Seine Einheit "Tarik Ibn Ziad" besteht aus rund 40 Männern und ist vor allem im Süden Algeriens aktiv. Ihr wird unter anderem die Tötung von acht Gendarmen Anfang Februar in der ostalgerischen Stadt El Oued zugeschrieben. Laut der Zeitung "Annahar" wird die Gruppe auch verdächtigt, hinter der Ermordung von vier französischen Touristen in Mauretanien am 24. Dezember 2007 zu stecken. Die französische Nachrichtenagentur AFP vermutet, dass Ammar auch Drahtzieher des bewaffneten Angriffes auf die israelische Botschaft in der mauretanischen Hauptstadt Nouakchott im Februar gewesen sein könnte, bei dem mehrere Menschen verletzt worden waren. Er gilt außerdem als Al-Kaida Chef der Sahara und Sahel-Zone. Diese erstreckt sich vom Atlantik bis zum Roten Meer. Ammar soll laut AFP dem Chef der Al-Kaida im islamischen Maghreb, Abdelmalek Droukdel, nahestehen.

ABDELMALEK DROUKDEL (alias ABOU MOUSSAAB ABDELOUADOUD): Der 36-Jährige gilt als "Feind Nummer eins" der algerischen Sicherheitskräfte, die tausende Männer geschickt haben, um ihn zu fangen. Dieser soll laut AFP seine Truppen aus seinem Hauptquartier im Rückzugsgebiet der Kabylei im Norden Algeriens dirigieren.

HAMADOU OBEID (alias ABDELHAMID ABOU ZAID): Der mutmaßliche Chef der Entführer wurde 1965 als Al-Zawya al-Obeideyam geboren. Er soll einer der Kommandanten der "Al-Kaida im islamischen Maghreb" in einem algerischen Wüstenbezirk sein.

(apa)