Wepsen von

Gefährlich oder nützlich?

Wespe © Bild: imago/blickwinkel

Die Frage, ob man eine Wespe töten soll, spaltet Generationen wahrer Tierfreunde. Die einen sehen in der Spezies der Vespinae nur eine potenzielle Gefahr für Tier und Mensch, für die anderen sind die gelbschwarzen Hautflügler vor allem nützliche Wesen. Beide haben recht.


Kein Zweifel besteht über den Nutzen dieser Insekten. Denn sie leisten einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt unserer Pflanzenwelt. Anders als Bienen und Hummeln sind sie gegen Regen resistent und bestäuben Blüten bei jedem Wetter. Auch als Schädlingsbekämpfer bewähren sich Wespen. Sie ernähren sich von Blattläusen, Mücken und Fliegen. Ein einzelnes Wespenvolk, das eine Population von bis zu 4.000 Individuen zählt, kann an einem Tag bis zu 5.000 Insekten, die Mensch und Tier lästig sind, vernichten.


Gefährlich können von den mehreren hundert Wespenarten, die in Österreich leben, aber nur zwei werden: die Gemeine Wespe (Vespula vulgaris) und die Deutsche Wespe (Vespula germanica). Grundsätzlich sind auch diese keine Aggressoren, die aus reiner Lust stechen. Sie fahren ihre Stacheln nur aus, wenn sie sich bedroht fühlen und ihre Nachkommen schützen wollen. Ihre Nester legen sie im Verborgenen an. Erdlöcher, ausgehöhlte Baumstämme oder Dachvorsprünge zählen zu ihren bevorzugten Brutplätzen. Deshalb sollte man auch im eigenen Garten stets achtsam sei, wie bei der Obsternte. Denn Wespen verzehren nicht nur Fallobst, sondern laben sich auch an den Früchten an den Bäumen.

Wespe
© imago/blickwinkel Wespen stechen nur in Notwehr

Aber auch Fleischspeisen aller Art, vom Schinken bis zum Tierfutter, sind Delikatessen für diese Insekten. So perfekt lässt sich kein Teller abdecken, dass eine Wespe sich keinen Zugang verschaffen kann. Das gilt auch für Tierfutter. Im Idealfall, leisten Sie bei starkem Wespenaufkommen ihrem Hund bei den Mahlzeiten. Gerät eine Wespe in den Rachen eines Hundes oder einer Katze, kann das zum qualvollen Erstickungstod des Tieres führen.


Vor allem, wenn Hunde und Katzen Wespen jagen, können sie Opfer eines Stichs werden, sagt Tierärztin Jutta Nehring von der Kleintierpraxis Essling. Erleidet Ihr Hund oder Ihre Katze einen Wespenstich, sollten Sie sofort die Wunde kühlen. Da die meisten Haustierhalter nicht wissen können, ob ihr Gefährte allergisch auf das Insektengift reagiert, ist unverzüglich ein Veterinär aufzusuchen.

Eine Wespe zu töten, hat keinen Sinn, denn auch im Sterben können sie ihren Stachel ausfahren. Der beste Schutz ist Vorsicht.

Was meinen Sie? Schreiben Sie mir bitte: zobl.susanne@news.at