Wenn wieder geschossen wird: Bachblüten beruhigen Vierbeiner zum Jahreswechsel!

Tierpsychologin: Angst sollte besser ignoriert werden Auch Schönbrunner Zootiere sind besonders unruhig

Wenn der mutigste Wachhund einmal im Jahr den Schwanz einzieht, dann hat es wahrscheinlich einen Grund: Kracherlärm zu Silvester. "Auch wenn es schwer fällt, ängstliches Verhalten eines Tieres darf nicht durch Zuspruch, Streicheleinheiten oder durch Gabe von Leckerbissen belohnt werden", sagte Tierpsychologin Denise Seidl. Grundsätzlich sollte man ängstliches Verhalten ignorieren und nicht ängstliches Verhalten in Problemsituationen belohnen. Helfen können Bachblüten oder maßgeschneiderte tierpsychologische Programme.

Mit "Trösten" erreiche man womöglich das Gegenteil, weil man dem Tier signalisiert, dass "Angst haben" belohnenswert ist, betonte die Tierpsychologin. Der Stress und die Aufregung zu den Weihnachtsfeiertagen überträgt sich vom Menschen auf das Tier. Bei Spaziergängen solle der Hund daher sicherheitshalber angeleint bleiben. Laute Knallerei könne ihn zusätzlich in Angst versetzten. Das Risiko, dass der Vierbeiner in Panik das Weite sucht, ist hoch.

"Wer aus Erfahrung weiß, dass sein Tier besonders sensibel auf Lärm reagiert, kann im Vorfeld Maßnahmen ergreifen. Zum Beispiel mit Bachblüten oder homöopathischen Mitteln", so Seidl. Für generell ängstliche Tiere bieten Tierpsychologen maßgeschneiderte Programme an.

Auch im Zoo ist man vorsichtig
Im Tiergarten Schönbrunn ist man auf die Silvesternacht besonders vorbereitet. "Wir sind wie jedes Jahr sehr vorsichtig, weil die Tiere an den Tagen rund um den Jahreswechsel besonders unruhig sind", sagte Vize-Direktor Harald Schwammer. In der Silvesternacht ist der Nachtdienst verstärkt unterwegs. Da sich in der Winterzeit die meisten Tiere aber ohnehin in den Häusern aufhalten, ist die Lärmbelastung nicht allzu dramatisch.

Die Böllerei gehe ohnehin Tage vorher los, dadurch seien die Tiere schon darauf vorbereitet. Für die Anrainer rund um den Tiergarten gibt es eigene Auflagen, die bei großen Feuerwerken erfüllt werden müssen, um die Zootiere nicht allzu sehr zu belasten.

Zu den besonders lärmempfindlichen Tierarten zählen Vögel. Bei bestimmten Arten können durch den Lärm deutliche Herzfrequenzsteigerungen hervorgerufen werden. Generell sind die Zootiere zu dieser Jahreszeit aber abgeschottet und somit vor Lärm geschützt.
(APA/red)