Wenig Zauber bei 0:1 im eiskalten Prater: Becks & Co. für ÖFB-Team Nummer zu groß

Nach vorne ging für Hickes Mannen praktisch nichts Entscheidendes Tor durch Crouch kurz vor der Pause

Wenig Zauber bei 0:1 im eiskalten Prater: Becks & Co. für ÖFB-Team Nummer zu groß

Österreichs Fußball-Nationalteam hat das vorletzte Länderspiel des Jahres mit einer Niederlage beendet. Die ÖFB-Truppe kassierte vor 45.500 Zuschauern im ausverkauften Wiener Happel-Stadion eine verdiente 0:1-(0:1)-Niederlage gegen England, den entscheidenden Treffer erzielte Crouch per Kopf in der 44. Minute.

Dabei konnten die Österreicher dem Weltmeister von 1966 in der Anfagsphase durchaus Paroli bieten. In der 9. Minute ließ Ivanschitz auf der linken Seite Richards aussteigen, bei seinem Stanglpass rettete allerdings Lescott vor Kuljic. Auch danach hielt die ÖFB-Truppe die Partie zunächst offen, erst um die 20. Minute herum nahmen die Engländer das Heft in die Hand, was auch daran lag, dass die rot-weiß-rote Auswahl ihr Vorhaben, den Ball so lange wie möglich in den eigenen Reihen zirkulieren zu lassen, nicht in die Tat umsetzte.

Unnötige Ballverluste machen England leichtes Spiel
Zu früh und zu unplatziert kamen die Pässe in die Spitze, die McClaren-Elf profitierte von vielen unnötigen Ballverlusten und erhöhte stetig den Druck. In der 21. Minute ließ Macho einen harmlosen Beckham-Querpass fallen, der abspringende Ball fand allerdings keinen englischen Abnehmer. Eine Minute später prallte der AEK-Athen-Legionär so unglücklich mit Crouch zusammen, dass er benommen liegen blieb und durch Manninger ersetzt wurde.

Der Salzburger durfte sich erstmals in der 32. Minute auszeichnen. In der bis zu diesem Zeitpunkt mit Abstand schönsten Aktion über Joe Cole, Gerrard und Crouch drehte der Goalie einen Schuss von Owen über die Querlatte. Elf Minuten später krachten Manninger und der allein vor dem Tor auftauchende Joe Cole aneinander, der Ball sprang Crouch vor die Füße, der allerdings Aufhauser anschoss.

Beim anschließenden Eckball durch den ansonsten zumeist unauffälligen Beckham blieb Manninger auf der Linie, Crouch sprang am höchsten und erzielte aus rund fünf Metern per Kopf sein 13. Tor im 23. Länderspiel (44.). Kurz vor dem Pausenpfiff scheiterte Crouch mit einem Kopfball an Manninger, wenige Sekunden zuvor hatte England-Keeper Carson bei einem Ivanschitz-Flachschuss keine Probleme.

England-Stars blieben in der Kabine
Nach dem Seitenwechsel brachte Teamchef Hickersberger Kienast für Kuljic und Leitgeb für Weissenberger, bei England blieben unter anderem Gerrard und Joe Cole in der Kabine. An der Charakteristik des Spiels änderte dies wenig: Die Österreicher waren zwar bemüht, liefen aber dem Ball zumeist hinterher. In der 57. Minute forderte das ÖFB-Team vergeblich einen Elfmeter, nachdem Ivanschitz im Strafraum nach einem Zweikampf mit Brown zu Fall gekommen war. Nur eine Minute später verhinderte Manninger die Vorentscheidung, als er einen Kopfball des völlig freistehenden Crouch parierte.

Rund um die Einwechslung von Harnik in der 64. Minute und der damit verbundenen Umstellung von einem 4-2-3-1- auf ein 4-4-2-System kam wieder etwas Schwung ins Spiel der Österreicher. Begünstigt wurde der vermehrte Ballbesitz aber vor allem durch die zurückhaltende Spielweise der Engländer, die sich wohl auch im Hinblick auf das möglicherweise entscheidende EM-Quali-Spiel am Mittwoch gegen Kroatien zurücknahmen und sich auf das Verwalten des Vorsprung beschränkten.

Das ÖFB-Team war dennoch bis zum Schlusspfiff nicht in der Lage, entscheidend zuzusetzen und kam im gesamten Spiel zu keiner einzigen zwingenden Torchance. Gegen Ende der Partie ertönten wieder einmal "Hicke raus"-Sprechchöre, bereits am kommenden Mittwoch haben die Internationalen neuerlich im Happel-Stadion gegen Tunesien aber die Chance, die Fans wieder zu versöhnen.
(APA/red)