Wenig Geld und enormer Stress: Viele Bürgermeister in Österreich unzufrieden

Kein Nachfolger: Gemeindebund fordert mehr Anreize

Wenig Geld, enormer Stress und kein Nachfolger in Sicht: Österreichs Bürgermeister haben es schwerer, als man vermuten möchte. Eine IFES-Studie im Auftrag des Österreichischen Gemeindebundes hat ergeben, dass sich viele Gemeindeoberhäupter weder gerecht entlohnt noch sozial abgesichert fühlen. Präsident Helmut Mödlhammer forderte daher am Montag zusätzliche Anreize.

"Die Situation hat sich in den vergangenen Monaten und Wochen extrem verschärft", meinte Mödlhammer, er forderte gleichzeitig die Experten des Österreich-Konvents auf, innerhalb eines Jahres in der "wahlkampffreien Zeit" Lösungen zu erörtern. Die Probleme seien breit gestreut: So gebe es immer mehr "Bürgermeister-Methusalems", da weit und breit kein Nachfolger oder Kontrahent in Sicht sei. "Ob das demokratiepolitisch gut ist, wage ich zu bezweifeln", so Mödlhammer.

Grund für die immer weniger werdenden Anwärter ist laut einer IFES -Studie auch die "mangelnde sozialrechtliche Absicherung". Aber auch die Belastung für die Gemeindeoberhäupter nimmt zu, so sei man als Bürgermeister mittlerweile nicht nur Repräsentant der Kommune, sondern auch Manager und Beichtstuhl.

Studienautor Wolfgang Mazal konnte das nur bestätigen, er hat im Mai sämtliche 2.358 Bürgermeister und Bürgermeisterinnen befragt, 910 Fragebögen (38 Prozent) kamen zurück. Kern der Befragung: Die Zufriedenheit mit dem Amt, immerhin 83 Prozent freuen sich über Anerkennung durch die Gemeindebürger. Beinahe gleich viele der Befragten, 70 Prozent, klagen aber auch über steigende Belastung.

Nur 38 Prozent sind wirklich zufrieden mit ihrer Entlohnung, 30 Prozent empfinden sie als mittelmäßig. Als "angemessen" sehen nur 26 Prozent der Bürgermeister ihr Gehalt. Für zehn Prozent beträgt das monatliche Nettoeinkommen aus dem Amt weniger als 1.000 Euro, lediglich 10,10 Prozent kommen auf mehr als 2.000 Euro netto. (apa)