Weltwirtschaft trotzt hohen Energiepreisen:
Entwicklung zeigt laut OECD nach oben

Haushaltskonsolidierung in Mitgliedsländern gefordert Österreich: Wachstumg von 2,5% vorausgesagt

Der Aufschwung der Weltwirtschaft wird sich nach Einschätzung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in diesem und im nächsten Jahr weiter fortsetzen und sogar an Breite gewinnen. Trotz der Störeinflüsse, die von den hohen und volatilen Energiepreisen ausgehen, wird sie sich den Projektionen zufolge die seit fünf Jahren anhaltende Expansion fortsetzen, wozu auch die Konjunktur stützenden Finanzmarktbedingungen in einem Umfeld gedämpfter Inflation beitragen, heißt es in einer OECD-Prognose.

Die US-Konjunktur dürfte sich nach den Angaben geringfügig abschwächen, wobei sich das Wachstum in der Nähe seiner Potenzialrate einpendeln könnte. In Europa, wo der Zyklus weniger weit vorangeschritten ist, wird damit gerechnet, dass die Wirtschaftstätigkeit allmählich an Schwung gewinnt. China weist eine rasche Expansion auf, und die japanische Wirtschaft, die sich inzwischen vollständig erholt hat, befindet sich nach wie vor in einer kräftigen Verfassung.

Die Wachstumsrate wird nach den Angaben in der Eurozone 2,2 Prozent des BIP in diesem und 2,1 Prozent im nächsten Jahr betragen. In den USA erreichte es jeweils 3,6 und 3,1 Prozent, in Japan 2,8 und 2,2 Prozent.

Trotz der aus der Energiepreishausse resultierenden Spannungen sind die Inflationserwartungen laut Studie allgemein niedrig und dürften recht gedämpft bleiben. In Europa liegt die Gesamtinflation nach den Angaben "nicht wesentlich über der 2-Prozent-Marke".

Die OECD rät in dem Bericht weiter, die Haushaltskonsolidierung fortzusetzen, zumal das gesamtstaatliche Defizit in den OECD-Ländern im Vorjahr nahe bei 3 Prozent des BIP lag. In der Prognose ist auf der Basis der gegenwärtigen Politik trotz der günstigen Konjunkturlage kaum eine Verbesserung zu erwarten.

Das lebhafte Wachstum hat sich im OECD-Raum fortgesetzt, und der dynamische Welthandel bezog seine Impulse nicht zuletzt von dem kräftigen Wirtschaftswachstum in Asien. Wenngleich das letzte Quartal 2005 laut Studie in einer Reihe von OECD-Volkswirtschaften enttäuscht hatte, stand der Jahresbeginn 2006 im Zeichen einer kräftigen Erholung sowohl des Handels als auch der Wirtschaftstätigkeit.

Österreichs Wirtschaft wächst um 2,5 Prozent
Die OECD prognostiziert für Österreich heuer ein Wirtschaftswachstum von 2,5 Prozent. Im Vorjahr lag das BIP-Plus noch bei 1,8 Prozent. Im kommenden Jahr dürfte sich das Wachstum wieder geringfügig auf 2,2 Prozent verlangsamen.

Die heimischen Unternehmen profitieren von ihrer traditionsgemäß starken Position auf den rasch wachsenden Märkten in Mittel- und Osteuropa, heißt es in der Studie. Den Fremdenverkehrsexporten kommen der lang anhaltende Winter mit guten Schneebedingungen sowie das Mozartjahr 2006 zugute. Die Investitionen stiegen 2005 um moderate 1,7 Prozent, legten in den letzten Quartalen aber zu, während der private Konsum verhältnismäßig flau blieb. (apa/red)