Weltwirtschaft noch nicht über den Berg:
"Welt ist noch immer ein gefährlicher Ort"

IWF-Chef Strauss-Kahn warnt vor zu viel Optimismus Die Konjunkturerholung sei noch immer zerbrechlich

Weltwirtschaft noch nicht über den Berg:
"Welt ist noch immer ein gefährlicher Ort" © Bild: Reuters/Gripas

Die Weltwirtschaft ist nach Ansicht des Chefs des Internationalen Währungsfonds (IWF), Strauss-Kahn, trotz des begonnenen Aufschwungs noch nicht über den Berg. "Die Welt ist noch immer ein gefährlicher Ort", sagte er am Donnerstag vor der gemeinsamen Frühjahrstagung des Fonds mit der Weltbank in Washington. Es dürfe nicht einfach wieder zur Tagesordnung gegangen werden.

Die Konjunkturerholung sei noch immer zerbrechlich. Als Gründe nannte Strauss-Kahn die hartnäckig hohe Arbeitslosigkeit in reichen Ländern, eine weiter schwache Nachfrage und dass der Finanzsektor noch nicht wieder komplett wiederhergestellt ist. Auch bereiteten die Schuldenberge als Folge der schweren Wirtschaftskrise zunehmend Sorge.

Das griechische Schuldendebakel bezeichnete der IWF-Direktor als "ernsthafte Lage". Angesichts der Streikwellen gegen einen harten Sparkurs der Regierung in Athen sagte Strauss-Kahn, die Einschnitte seien enorm wichtig und im eigenen Interesse der Griechen. In der Eurozone gebe es derzeit keinen anderen Staat als Griechenland, auf den sich der Weltwährungsfonds konzentriere. Seit Mittwoch laufen Gespräche von Experten der EU-Kommission, der Europäischen Zentralbank und des IWF in Athen zur Vorbereitung des Einsatzes eines Notfallplans der Euro-Länder und des Internationalen Währungsfonds.