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Weltweit schlimmste Flüchtlingskrise laut Helfern im Kongo

2017 1,7 Millionen Menschen innerhalb des Landes vertrieben

Im Kongo sind dieses Jahr wegen anhaltender Konflikte bereits 1,7 Millionen Menschen aus ihrer Heimat geflohen, um in andere Landesteilen Schutz zu suchen. Der Kongo sei damit Ort der weltweit schlimmsten Flüchtlingskrise - noch vor Syrien, dem Jemen und dem Irak, erklärte am Mittwoch die Hilfsorganisation Norwegian Refugee Council (NRC).

"Die Menschen im Kongo leiden unter zweifachem Schock - durch brutale Konflikte und wegen einer sich verschlimmernden politischen Krise", erklärte die NRC-Kongo-Direktorin Ulrika Blom. Den Vereinten Nationen zufolge ist die Zahl der Binnenflüchtlinge in dem zentralafrikanischen Staat auf 4,1 Millionen Menschen gestiegen, mehr als in jedem anderen Land Afrikas. Das Ausmaß der Vertreibung nahm 2017 wegen einer Krise in der zuvor friedlichen zentralen Region Kasai zu, zudem kam es im Osten zu neuer Gewalt, etwa in den Krisenprovinzen Süd-Kivu und Tanganyika.

Die Hilfsorganisation NRC stützt sich auf einen neuen Bericht des Zentrums zur Beobachtung von Binnenflucht (IDMC). Demnach ist einer der Gründe für die erneute Zunahme der Gewalt im Kongo die bereits mehrfache Verschiebung der Präsidentenwahl. Staatschef Joseph Kabila, dessen Amtszeit Ende 2016 endete, klammert sich mit immer neuen Begründungen an die Macht. Nun soll Ende 2018 gewählt werden.

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