Weltweit eine Million Selbstmorde pro Jahr: Mehr als durch Krieg und Mord zusammen

WHO: In Osteuropa bringen sich die meisten Menschen um, weniger in islamischen Ländern.

Rund eine Million Menschen sterben weltweit jedes Jahr durch Selbsttötung - mehr als durch Krieg und Mord zusammen. Darauf verwies die Weltgesundheitsorganisation (WHO) anlässlich des internationalen Tages zur Verhinderung von Suizid am Freitag (10.9.). "Die WHO hält Suizid für ein großes, weltweites, aber meist vermeidbares Problem", erklärte die UN-Organisation in Genf wörtlich.

In Osteuropa nehmen sich der WHO zufolge am meisten Menschen das Leben. Am niedrigsten ist die Suizidrate in Südamerika und den islamischen Ländern. Es bringen sich mehr Männer als Frauen um, während mehr Frauen einen Selbstmordversuch unternehmen. Die Selbstmordrate steigt laut WHO mit zunehmendem Alter. In jüngster Zeit habe suizidales Verhalten unter jungen Menschen zwischen 15 und 25 Jahren jedoch alarmierend zugenommen.

Gründe: Armut, Arbeitslosikeit, Verlust eines geliebten Menschen, Streit, etc.
Als Gründe für Selbstmord nennt die WHO Armut, Arbeitslosigkeit, den Verlust eines nahe stehenden Menschen, Streit sowie Probleme am Arbeitsplatz oder mit der Justiz. Auch Suizidfälle in der Verwandtschaft, Alkohol- und Drogenmissbrauch, sexueller Missbrauch in der Kindheit, Vereinsamung und Krankheiten wie Depressionen oder Schizophrenie spielten eine Rolle.

Schutz vor Suizid durch soziale Beziehungen
Zu den Faktoren, die vor Suizid schützen, zählt die WHO die eigene Wertschätzung und soziale Beziehungen. Die Früherkennung von psychischen Störungen sowie deren angemessene Behandlung sei die wichtigste Präventionsstrategie. Dazu sei eine entsprechende Ausbildung des medizinischen Personals nötig. Außerdem soll sich die Aufklärungs- und Präventionsarbeit darauf konzentrieren, die häufigsten Mittel zur Selbsttötung wie Pestizide, Medikamente und Schusswaffen, schwerer zugänglich zu machen.(apa/red)