Weltweit kein Ende der Reiselust in Sicht:
Urlaubsfreudigkeit in Österreich bleibt stabil

Ausgaben im Vorjahr um knapp 6 Prozent gestiegen Jährliches Wachstum um 4,2 Prozent prognostiziert

Weltweit kein Ende der Reiselust in Sicht:
Urlaubsfreudigkeit in Österreich bleibt stabil

Trotz Wetterkatastrophen und Terroranschlägen nimmt die Reiselust weltweit immer weiter zu. So stiegen die weltweiten Ausgaben für Reisen und Tourismus im vergangenen Jahr gegenüber 2004 um 5,7 Prozent auf mehr als 6 Billionen Dollar (rund 4,98 Bio. Euro), wie aus einer am Montag in Berlin vorgestellten Studie hervorgeht.

Die Untersuchung des World Travel and Tourism Council (WTTC) erwartet für dieses Jahr einen weiteren Anstieg um 4,6 Prozent auf 6,5 Bio. US-Dollar. China wird demzufolge in der Rangliste der zehn wichtigsten Reise- und Tourismusländer bis 2016 von Platz vier auf Rang zwei vorrücken. Japan und Deutschland, bislang auf den Plätzen zwei und drei, rutschen entsprechend bis 2016 um jeweils einen Rang nach hinten. Spitzenreiter bleiben die USA.

Heimische Lage weitgehend stabil
Die Reiselust der Österreicher ist trotz schwacher Binnenkonjunktur und steigenden Energiekosten stabil, die Reisedauer nimmt erstmals seit Jahren wieder zu. Vier von zehn Österreichern haben für heuer bereits jetzt feste Reiseabsichten. Das geht aus der 11. Österreichischen Tourismusanalyse des Instituts für Freizeit- und Tourismusforschung in Kooperation mit dem Spectra Institut in Linz hervor. 2005 haben 43 Prozent der Österreicher eine Urlaubsreise von mindestens fünf Tagen Dauer unternommen, 47 Prozent sind zu Hause geblieben. Das liebste Urlaubsland der Österreicher blieb im Vorjahr Österreich. Bei den Auslandsreisezielen sind seit Jahren Italien, Griechenland, Spanien und die Türkei und seit drei Jahren wieder Kroatien die Spitzenreiter. Fernreisen bleiben für viele Österreicher noch immer "mehr Traum als Wirklichkeit" und stellen eher eine Ausnahme dar. 2005 haben fast genauso viele Österreicher Urlaub in Spanien (9 Prozent) gemacht wie in allen Fernreisezielen zusammen (11 Prozent)

Tourismus als weltweiter Wirtschafts-Turbo
"Reisen und Tourismus haben ein fantastisches Wachstumspotenzial", sagte WTTC-Präsident Jean-Claude Baumgarten. Die Branche werde in den kommenden zehn Jahren jährlich um voraussichtlich 4,2 Prozent wachsen. Bereits in diesem Jahr werde es rund 2,5 Millionen neue Arbeitsplätze geben. Mit knapp 77 Millionen Jobs weltweit stelle die Branche damit 2,8 Prozent aller Arbeitsplätze, sagte Baumgarten. Ziehe man auch das Umfeld und die indirekt geschaffenen Beschäftigungsverhältnisse in Betracht, belaufe sich die Zahl neuer Arbeitsplätze in diesem Jahr gar auf zehn Millionen. 2006 werde der Anteil der Reise- und Tourismusindustrie am weltweiten Bruttosozialprodukt 3,6 Prozent betragen, unter Einbeziehung tourismusnaher Branchen sogar bis zu 10,3 Prozent. (APA/red)