Weltuntergang 2012 von

Skurrile Endzeit-Panik

Vatikan-Chefastronom beruhigt: "Es lohnt sich nicht darüber zu diskutieren"

Die globale Panik vor dem Weltuntergang treibt skurrile Blüten. © Bild: Thinkstock.de

Globale Panik vor dem 21. Dezember 2012: An diesem Tag endet der Maya-Kalender und damit naht für zahlreiche Weltuntergangspropheten auch das Ende der Welt. Die Furcht vor dem Angstdatum treibt mitunter skurrile Blüten: Auf allen Kontinenten bereiten sich Menschen auf ein drohendes Ende vor. Lebensmittel werden gehortet und angeblich sichere Zufluchtsorte erleben einen Massenansturm.

Für den 21. Dezember 2012 sagen Propheten und Apokalyptiker das Ende der Welt voraus. Ihre Warnungen stützen sie auf den alten Kalender der Maya, den sie allerdings falsch deuten. Panik herrscht dennoch. In den USA haben so viele Menschen Angst, dass sogar die Regierung reagierte.

Bei der Weltraumbehörde NASA seien tausende Briefe eingegangen, berichtete sie auf ihrer Webseite. Vor allem Kinder hätten Angst. "Die Kinder schreiben, dass sie sich wegen des nahenden Weltuntergangs schlecht fühlen oder sogar über Selbstmord nachdenken", sagte NASA-Mitarbeiter David Morrison.

NASA klärt via Video auf

Mit zwei Youtube-Videos will die NASA die Bürger beruhigen. Wie unser Küchenkalender am 31. Dezember zu Ende geht und ein neuer am 1. Jänner anfängt, so würde am 21. Dezember eben der Maya-Kalender enden, heißt es in einem Beitrag. Und die Regierung schreibt auf ihrer Webseite, die Welt werde weder am 21. Dezember untergehen noch an einem anderen Tag dieses Jahres.

Auch der Chefastronom des Vatikans sieht entgegen der Maya-Prophezeiung keine Gefahr eines Weltuntergangs am 21. Dezember. In einem Beitrag für die Vatikanzeitung "Osservatore Romano" beruhigte der Direktor der vatikanischen Sternwarte, Jesuitenpater Jose Gabriel Funes. Laut Prophezeiung soll es Ende nächster Woche zu einer Inversion der Magnetpole der Erde kommen, doch Funes sieht keinerlei Begründung für diese These. "Es lohnt sich nicht, über eine wissenschaftliche Basis dieser Behauptungen zu diskutieren", betonte Funes.

Skurrile Endzeit-Pläne

Das ändert für viele Weltuntergangs-Anhänger jedoch nichts: In China füllt das Thema ganze Internetforen - und treibt kuriose Blüten. In der Provinz Sichuan verbreitete sich das Gerücht, nach dem 21. Dezember werde drei Tage lang Dunkelheit herrschen. Prompt waren in zwei Kreisen Kerzen und Streichhölzer ausverkauft.

Ein chinesischer Bauer hat unterdessen für Schlagzeilen gesorgt, weil er den Weltuntergang in Kugeln überleben will. Liu Qiyuan aus der Ortschaft Qiantun, südlich von Peking, stellt Kugeln aus Fiberglas und Stahl her, in denen bis zu 14 Personen Platz finden sollen.

Medwedew: "Glaube nicht an das Ende der Welt"

Berichte über den angeblichen Weltuntergang haben in Russland Angst und Panik ausgelöst - nun hat Regierungschef Dmitri Medwedew seine Landsleute zur Ruhe gemahnt. "Ich glaube nicht an das Ende der Welt", sagte er im Staatsfernsehen. Zuletzt hatten stark abergläubige Russen in Panik Geschäfte leergekauft und Bunkerplätze reserviert.

Massenflucht in Dörfer

Die Angst vor dem Ende hat einem kleinen Dorf in der Türkei einen Besucheransturm beschert. Zum ersten Mal seien alle 400 Hotelbetten des 600-Seelen-Dorfes Sirince komplett ausgebucht, sagte der Hotelier Ilkan Gülgün laut Presseberichten vom Dienstag. In der Türkei reagierte daraufhin die Religionsbehörde Diyanet auf die Verunsicherung der Menschen. Wegen "vieler Fragen" der Gläubigen gab Diyanet-Leiter Mehmet Görmez per Kurznachrichtendienst Twitter amtlich Entwarnung: "Solchen bedeutungslosen, gefälschten und irrgläubigen Weltuntergangsszenarien sollten wir keine Bedeutung beimessen", mahnte er.

In Ghana dagegen hat ein selbst ernannter Prophet den einzigen Ort ausgemacht, der von der Apokalypse verschont bleibt: Ein Bergdorf nahe des Stadt Bolgatanga, etwa 800 Kilometer nördlich der Hauptstadt Accra. Der Rest der Welt werde von Gott zerstört, verkündete Peter Anamoah, Begründer der "Glaubensgemeinschaft der Makara Kirche".

Andere Weltuntergangspropheten sehen dagegen in Südfrankreich einen sicheren Zufluchtsort. Dort soll, so heißt es, der Berg Pic de Bugarach nahe der Pyrenäen vom Weltuntergang verschont bleiben. Unter der langen Bergkante liegt demnach eine Startbahn für Außerirdische. Von da nähmen fremde Wesen Auserwählte mit ins sichere All.

Weltuntergang live!

In Österreich nimmt man das drohende Ende der Welt mit Humor: An der Universität von Graz präsentieren am Freitag sieben Autoren Ausschnitte aus ihren Endzeitromanen. Titel: "Weltuntergang Live!".

Und in der Heimat der Maya? Dort laufen die Vorbereitungen für das Datum schon das ganze Jahr. Schließlich endet dann die 13. Periode des alten Kalenders. Von einem Weltuntergang ist bei den Maya aber nicht die Rede.

Kommentare

Nja, die warten auf den hollywood-mäßigen großen Knall der so nicht kommen wird. Wenn es wirklich irgendwann mal schief geht-und dafür spricht vieles-wird das Ende der Menschheit (nicht der Welt) trivial sein, ganz ohne Gericht und Trompeten, aber mit Verteilungskämpfen um Wasser, Nahrung und anderen Ressourcen und mit anderen kleinen Grauslichkeiten. Und nichts und niemand im Universum wird zur Kenntnis nehmen,dass auf einem unbedeutenden Planeten einer unbedeutenden Sonne im Seitenarm einer unbedeutenden Galaxie sich ein paar Wahnsinnige, die sich für die Krone der Schöpfung hielten, selbst vertilgt haben. Nur wenn die alle das Wasser im Rumpf des Schiffes auch schon gurgeln hören, sollten Sie weniger auf das Erscheinen des Klabautermanns warten, sondern an die Pumpen gehen, dann haben sie es wenigstens versucht.

Ich habe einen Atombunker in A zu verkaufen. Schnell zugreifen. Ist ein Schnäppchen. Der Weinkeller ist voll, Strom kommt aus der Steckdose - das Überleben für die nächsten 6 Monate ist gesichert. Interessiert? Die Internetfuzzis wissen, wie es geht. Also, nicht lange warten, danach kann man mit Geld sowieso nichts mehr kaufen. :)

Eine offizielle Stellungsnahme zum Weltuntergang hab ich hier gefunden: http://www.mindloveproject.net/2012/11/16/offizielle-stellungsnahme-zum-weltuntergang/

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