Weltraumforschung von

Marssonde stürzt ab

13 Tonnen schweres Raumfahrzeug soll binnen drei Monaten auf die Erde fallen

Weltraumforschung - Marssonde stürzt ab © Bild: APA/EPA/ROSCOSMOS PRESS SERVICE

Sie ist erst seit Anfang November im All und droht nun auf die Erde abzustürzen: Die russische Mars-Sonde "Phobos-Grunt" ist verlorengegangen. Die Kontaktaufnahme mit dem umbenannten Raumfahrzeug war mehrfach gescheitert, berichtete Vitali Davydov, der stellvertretende Leiter der russischen Raumfahrtagentur Roscosmos.

Die 13 Tonnen schwere Sonde sollte auf "Phobos", dem größten Marsmond, Bodenproben sammeln. Stattdessen hängt das Raumfahrzeug seit dem Start in niedriger Höhe in der Umlaufbahn der Erde fest. Ingenieure und Wissenschaftler versuchen bisher ohne Erfolg wieder eine Verbindung zu den Systemen des Raumschiffs herzustellen. Nach der Abtrennung von der Trägerrakete verweigerten die beiden Triebwerke ihren Dienst. Das rund dreitägige Zeitfenster, in dem die Chancen zur Reaktivierung der Antriebe laut Experten am größten waren, ist bereits verstrichen. Nun gibt es von offizieller Seite die Bestätigung, dass Phobos-Grunt kaum mehr zu retten ist.

Rettung ist unwahrscheinlich
"Wir müssen realistisch sein. Nachdem wir so lange mit der Sonde nicht in Kontakt treten konnten, sind die Chancen für einen erfolgreichen Abschluss der Mission sehr gering", wird Davydov von der Agentur Interfax zitiert. Bis Monatsende wird Roscosmos noch weitere Rettungsversuche unternehmen. Über die Ursache des Problems wird weiter gerätselt. Handelt es sich um einen Softwarefehler, so besteht tatsächlich noch eine geringe Wahrscheinlichkeit, die Sonde wieder flott zu machen. Liegt der Fehler jedoch unmittelbar in der Technik, so sind auch den Raumfahrtspezialisten auf dem blauen Planeten die Hände gebunden.

Absturz binnen drei Monaten
Gelingt es auch in den nächsten Tagen nicht, "Phobos-Grunt" aus seiner verzwickten Lage zu befreien, so wird der mit toxischem Treibstoff beladene Flugkörper vermutlich zwischen Ende Dezember und Ende Februar abstürzen. Der genaue Einschlagsort ließe sich bestenfalls einen Tag im Voraus prognostizieren. Die russische Weltraumforschung wird sich in Zukunft wieder mehr auf den Mond konzentrieren, ließ Davydov wissen, und fügte hinzu: "Die Chancen, dass die Sonde irgendjemandem auf den Kopf fällt, gehen gegen Null."