Mobilität von Frauen

Das weibliche Geschlecht verhält sich im Straßenverkehr anders als Männer

Frauen und Mobilität: Das weibliche Geschlecht verhält sich im Straßenverkehr anders als die Männer. Zudem sind sie in Österreich auf der Überholspur. Sie fahren sicherer im Straßenverkehr, legen komplexe Wegeketten zurück und setzen auf einen optimalen Mix der Verkehrsmittel. Anlässlich des Internationalen Frauentags präsentiert der ÖAMTC Zahlen und Fakten rund um die Mobilität der Österreicherinnen.

von Weltfrauentag - Mobilität von Frauen © Bild: Corbis

Der ÖAMTC hat eine Mobilitätsstudie mit 3.000 Österreichern und Österreicherinnen durchgeführt. Davon waren 1.550 der Befragten Frauen. Dieser Erhebung zufolge kombiniert jede zweite Frau verschiedene Verkehrsmittel und Mobilitätsformen miteinander. D.h. es ergibt sich ja nach Bedarf ein Mix aus Auto, öffentlichen Verkehrsmittel, Rad- oder Fußweg. Frauen sind bereits "multimodaler" als die männlichen Verkehrsteilnehmer. Der Pkw ist -nach wie vor wichtig: Fast jede dritte Frau ist ausschließlich mit dem Auto unterwegs. Interessantes Detail am Rande: Vier von zehn Frauen nutzen den Pkw oft als Mitfahrerinnen, aber nur zwei von zehn Männern. Sechs von zehn Frauen sitzen selbst am Steuer, bei den Männern sind es drei Viertel aller Befragten.

Differenziertes Mobilitätsverhalten
Schon das Mobilitätsverhalten von Frauen an sich unterscheidet sich aufgrund unterschiedlicher Rollenzuschreibungen in der Gesellschaft von dem der Männer. Frauen legen im Alltag eine größere Anzahl von Wegen und - durch die Verknüpfung einer Vielzahl von Aktivitäten und Wegen - komplexere Wegeketten zurück. Besonders große Komplexitätsunterschiede zwischen den Geschlechtern ergeben sich in Familienhaushalten mit Kindern. Die Gruppe mit den höchsten Komplexitätsraten sind die erwerbstätigen alleinerziehenden Frauen. Sie bewältigen viele Wege in kürzester Zeit. So erledigen sie beispielsweise auf dem Weg von und zur Arbeit häufig Besorgungen, begleiten Kinder oder begeben sich direkt zu Freizeitzielen. Bei Personen, die alleine oder in Haushalten ohne Kinder leben, gibt es zwischen Männern und Frauen nur einen minimalen Unterschied in der Komplexität.

Unfallstatistik
"Aus der Unfallstatistik geht hervor, dass signifikant weniger Frauen im Straßenverkehr verunglücken als Männer", weiß Verkehrspsychologin Marion Seidenberger. Im Jahr 2010 gab es in Österreich insgesamt 65.462 Unfälle mit Personenschaden. Dabei waren insgesamt 67 Prozent Männer und 33 Prozent Frauen beteiligt. Nur in der Rubrik "Fußgänger" überwiegt der Frauenanteil: Im Jahr 2010 waren 53 Prozent aller an Unfällen Beteiligten Fußgängerinnen, 47 Prozent Fußgänger.

Frauen besitzen weniger Autos
Betrachtet man den Pkw-Bestand aus dem Jahr 2011, zeigt die Statistik eine deutliche Sprache: Knapp 62 Prozent aller Pkw sind auf Männer zugelassen, lediglich 38 Prozent auf Frauen. "Besonders auffallend ist der Geschlechter-Unterschied bei der Motorrad-Statistik", weiß die ÖAMTC-Verkehrspsychologin. Nur 9 Prozent aller zugelassenen Motorräder entfallen auf Frauen. Nicht ganz so drastisch fällt die Aufteilung bei den Motorfahrrädern aus. Knapp 29 Prozent aller Mofas sind auf Frauen zugelassen, etwa 71 Prozent auf Männer. Auch bei den Zulassungen für vierrädrige Leichtkraftfahrzeuge - also beispielsweise Quads oder Microcars - überwiegt der Anteil der Männer mit 68 Prozent gegenüber jenem der Frauen mit 32 Prozent.

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ÖAMTC