Weltcupfinale Schladming von

"Wird ein Wahnsinnsfinale werden"

ÖSV-Sportdirektor Pum ist vor dem Heim-Event euphorisch. "Das wird sehr spannend."

Weltcupfinale Schladming - "Wird ein Wahnsinnsfinale werden" © Bild: GEPA/Bachun

Letztes Jahr waren die ÖSV-Herren bei der Weltcup-Titelentscheidung zu Zuschauern degradiert. Heuer mischen sie dafür mächtig mit. Von Mittwoch bis Sonntag kämpfen Marcel Hirscher und Klaus Kröll gleich um vier Kristallkugeln. "Es wird ein Wahnsinnsfinale werden, davon bin ich überzeugt. Wir fahren fast überall mit - und das daheim!", meinte Hans Pum, der Sportdirektor des österreichischen Skiverbandes, hocherfreut.

Besonderes Augenmerk liegt natürlich auf dem Gesamtweltcup, den Hirscher als erst fünfter Österreicher nach Karl Schranz, Hermann Maier, Stephan Eberharter und zuletzt 2006 Benjamin Raich gewinnen kann. Der Schweizer Beat Feuz führt mit 1.250 Punkten vor dem Salzburger Hirscher (1.195) und dem Kroaten Ivica Kostelic (1.064). Feuz könnte dank Vorsprung in den Speedrennen am Mittwoch und Donnerstag bereits alles klar machen, doch das wollen die Österreicher verhindern, damit es am Wochenende in Riesentorlauf und Slalom zur finalen Entscheidung kommt.

"Das wird sehr spannend. Es ist heuer überhaupt so spannend, denn es hat die ganze Zeit gewechselt. Ich habe schon in Sotschi gesagt, dass Feuz die beste Ausgangsposition hat, von der Anzahl der Rennen und den Disziplinen her. Doch dann war Feuz in den zwei Super-G in Crans Montana nicht so stark, und Marcel ist in Bansko so stark gefahren", erinnerte Pum. Es spielten überhaupt viele Faktoren eine Rolle. Auch, dass jeder von ihnen möglicherweise manchmal zu viel denke. "Es sind alles junge Sportler, die denken. Aber man hat auch bei Kostelic gesehen, dass er Nerven zeigt. Es geht einfach um viel, und die Leistungsdichte ist groß."

Kostelic will den Slalomtitel
Der Kroate Kostelic hat die erfolgreiche Titelverteidigung im Gesamtweltcup bereits abgehakt, die kleine Kugel für den Gewinn der Slalomwertung will er aber unbedingt ergattern. Umso enttäuschter war er nach Rang 16 am Sonntag in Kranjska Gora, weil er nach dem Ausfall von Hirscher nicht mehr für sich herausholen konnte. "Ich hatte den Kopf nicht frei", sagte Kostelic, den zusätzlich auch Rückenschmerzen plagten. Und die Knieoperation liegt mit 13. Februar auch noch nicht lange zurück.

Mit der Punkterechnerei wollte sich Hirscher lange nicht beschäftigen und will es auch jetzt nicht. "Ich muss mich einfach aufs Skifahren konzentrieren und darf nicht daran denken, dass es hier fünf oder fünfzig Punkte sind und fünf oder fünfzig auf der anderen Seite", sagte der 23-jährige Gewinner von acht Saisonrennen.

"Marcel muss für sich gut fahren. Du kannst nicht beeinflussen, was die Gegner machen. Du kannst nur das, was du kannst, umsetzen, das ist das Um und Auf", erklärte Pum, der für die Finalwoche versprach: "Wir werden die volle Konzentration auf das Finale legen. Jeder wird schauen, dass er das Beste gibt."

Kröll am Mittwoch um Abfahrtskugel
Das erste Mal spannend wird es schon am Mittwoch, wenn es für Kröll um den Gewinn der Abfahrtskugel geht. Am Wochenende kämpft Hirscher in Riesentorlauf und Slalom um die jeweilige Disziplinwertung. Österreichs Damen haben nach der vorzeitigen Fixierung der Slalom-Kugel durch Marlies Schild nur noch die theoretische Chance auf die Super-G-Trophäe. Anna Fenninger muss gewinnen und auf einen Ausfall der US-Amerikanerin Lindsey Vonn hoffen, die 94 Punkte Vorsprung hat.