Weltcup-Auftakt in Sölden von

Jagd auf Ted Ligety

US-Amerikaner hat 2008, 2010 und 2011 den Riesentorlauf-Weltcup geholt

Weltcup-Auftakt in Sölden - Jagd auf Ted Ligety © Bild: GEPA/Pranter

In Sölden wird heute (9.45 und 12.45 Uhr) die Jagd auf Mr. Riesentorlauf Ted Ligety eröffnet. Der US-Amerikaner hat 2008, 2010 und 2011 den Disziplinen-Weltcup gewonnen und fühlt sich traditionell auch auf dem Gletscher in Sölden wohl. "Das Sommertraining war gut, meine Form ist super. Ich bin zuversichtlich für Sonntag", meinte der 27-Jährige, der im Ötztal zwar noch nicht gewonnen hat, aber schon zweimal Zweiter und einmal Dritter war.

"Sölden ist immer ein schöner Auftakt für mich. Der Berg passt gut zu meinem Fahrstil. Vergangene Ergebnisse zählen zwar nichts, aber es ist gut zu wissen, dass ich hier schnell sein kann", sagte Ligety, der so wie sein Teamkollege Bode Miller ein harter Kritiker der ab der Saison 2012/13 gültigen Materialregulierungen ist.

"Es gibt nichts Gutes an diesen Änderungen. Sie dienen weder der Sicherheit, noch der Entwicklung des Sports", so Ligety. Die vom Weltverband (FIS) aber bereits beschlossenen Maßnahmen treffen vor allem die Ski der Riesentorläufer, der Kurvenradius wird auf 35 Meter erhöht, die Breite der Ski wird im vorderen Bereich auf maximal 98 Millimeter verringert.

Zweite Saison mit Berthold
Die ÖSV-Herren heißen die Reglement-Änderungen öffentlich mittlerweile fast geschlossen gut und starten in die zweite Saison unter der Leitung von Cheftrainer Mathias Berthold. Der Premierenwinter des Vorarlbergers war von zahlreichen Verletzungen geprägt, am Ende musste man ohne gewonnene Kristallkugel in die Sommerpause gehen. Diesmal will man gleich vom Start weg vorne mitmischen. In Sölden ist nicht wie in den vergangenen Jahren Benjamin Raich, sondern Philipp Schörghofer der größte rot-weiß-rote Hoffnungsträger.

Der Salzburger wird von mehr als 100 Vertretern seines Fanclubs nach Sölden begleitet und scharrt in den Startlöchern. "Wenn ich halbwegs normal fahre, ist viel möglich." Schörghofer hat sich vorgenommen, "aktiv skizufahren". "Das ist mein Rezept, um schnell zu sein." Sölden ist für den WM-Bronze-Gewinner 2011 weit mehr als eine Standortbestimmung, schließlich will Schörghofer im Riesentorlauf-Weltcup vorne dabei sein. "Ich bin Riesentorlauf-Spezialist, deshalb hat Sölden einen großen Stellenwert für mich. Ich werde in jedem Rennen mein Bestes geben und schauen, was im März rauskommt."

Schörghofer hat in der vergangenen Saison in Hinterstoder für den einzigen ÖSV-Sieg im Riesentorlauf gesorgt. Diesmal will Rot-Weiß-Rot mit einer breiten Spitze angreifen, denn auch Marcel Hirscher, Romed Baumann, Hannes Reichelt und der nach einem Kreuzbandriss wieder fitte Raich gehören zur Weltspitze.

Viele Sieganwärter
Neben den USA und Österreich haben auch Norwegen, die Schweiz, Italien und Frankreich zahlreiche Podestanwärter zu bieten. Aksel Lund Svindal war vergangene Saison hinter Ligety zweitbester Riesentorläufer, heuer will der Norweger auch wieder in den Speed-Disziplinen zulegen. "Ich bin im Riesentorlauf wieder stark in Form, aber auch gespannt auf die Abfahrtssaison. Wenn ich um den Gesamt-Weltcup mitfahren möchte, muss ich in der Abfahrt und im Super-G wieder mehr punkten."

Da 2010 in Sölden wegen Nebel nach dem ersten Lauf abgebrochen wurde, ist Didier Cuche als Gewinner des Jahres 2009 Titelverteidiger. Der 37-Jährige hat im jüngsten Winter die Kristallkugeln in Abfahrt und Super-G abgestaubt und denkt noch lange nicht an einen Rücktritt. "Wenn man zwei Kugeln gewinnt und so viel Spaß hat, kann man nicht aufhören." Gebremst wurde Cuche bei der Sölden-Vorbereitung nur von der Polizei. Bei der Einfahrt ins Ötztal drückte der Schweizer zu stark aufs Gas und wurde zur Kasse gebeten.

Daniel Albrecht wieder am Start
Cuches Landsmann Daniel Albrecht, der 2008 in Sölden gewann, steht erstmals seit seinem Kitzbühel-Sturz im Ötztal am Start. Bode Miller wirkt fit und austrainiert, zeigte sich aber vor Saisonstart nicht nur als FIS-Kritiker, sondern auch als Tiefstapler: "Ich bin im Sommer kaum skigefahren. Meistens war ich auf meinem Boot vor San Diego. Viel weiter vom Ski-Weltcup kann man auf diesem Planeten kaum entfernt sein."

ÖSV-Herren-Team beim Weltcup-Auftakt-Riesentorlauf am Sonntag in Sölden: Benjamin Raich, Marcel Hirscher, Romed Baumann, Philipp Schörghofer, Hannes Reichelt, Marcel Mathis, Christoph Nösig, Vincent Kriechmayer, Stephan Görgl.