Weltcup-Auftakt mit einer Schrecksekunde: Nicole Hosp nach Sturz ins Spital geflugen

Knie verletzt: "Habe stechenden Schmerz gespürt" 1. Durchgang: Karbon führt vor Mölgg und Poutiainen

Weltcup-Auftakt mit einer Schrecksekunde: Nicole Hosp nach Sturz ins Spital geflugen © Bild: Reuters

Mit einem Schock für den Österreichischen Skiverband (ÖSV) hat der alpine Weltcup-Winter 2009/2010 begonnen. Die Tirolerin Nicole Hosp stürzte im Riesentorlauf auf dem Rettenbachferner in Sölden nach guter erster Zwischenzeit und griff sich im Schnee liegend sofort auf ihr rechtes und bisher gesundes Knie. Die Gesamtweltcupsiegerin von 2007 wurde nach ärztlicher Erstversorgung mit dem ÖAMTC-Rettungshubschrauber nach Innsbruck geflogen und zu Untersuchungen in die Privatklinik Hochrum gebracht. Nach dem ersten Durchgang führt Denise Karbon vor Manuela Mölgg und Tanja Poutiainen.

Auf den TV-Bildern hatte Hosps Sturz nicht so schlimm gewirkt, sie war auf den Innenski ausgerutscht und hatte sich anschließend gedreht. "Es hat nicht so wild ausgesehen, wir sind noch guter Dinge, aber Genaues können wir erst nach den Untersuchungen sagen", meinte Konditionstrainer Roland Brunner, der das Rennen im Zielraum mitverfolgte, von wo aus der Blick auf die Piste natürlich ein entfernter war. Laut Information von Cheftrainer Herbert Mandl habe Hosp im Knie "keinen Schnalzer" gehört, ob und wie stark Bänder (Kreuzband) verletzt sind, werden aber erst die Untersuchungen, die Dr. Christian Hoser vornehmen wird, zeigen.

Hosp war vor dem Abtransport im Zielraum noch für ein kurzes Statement zu erreichen. "Ich bin auf den Rücken gefallen und hab' mir dabei das Knie verdreht", erklärte die Tirolerin. "Ich habe einen stechenden Schmerz gespürt."

Am 4. Jänner diesen Jahres hatte sich Hosp beim Einfahren für den Weltcup-Slalom in Zagreb bei einem Sturz einen Riss des inneren Seitenbandes, einen Einriss des vorderen Kreuzbandes im linken Knie und eine Impressionsfraktur des Schienbeinkopfes zugezogen. Ihr Comeback gab die hart und zielstrebig arbeitende Riesentorlauf-Weltmeisterin von 2007 zur Überraschung vieler bereits wieder am 12. Februar bei den Weltmeisterschaften in Val d'Isere mit einem 23. Platz im Riesentorlauf.

Das folgende Sommer- und Herbsttraining war für die 25-Jährige hundertprozentig nach Wunsch verlaufen. "Gas geben, schauen, dass man auf die Erfolgswelle raufhüpft und da bis Ende März oben bleibt. Das ist das Wichtigste", lautete der Plan der Völkl-Pilotin für den Olympia-Winter. Mit ihr hofften am Samstag bei strahlendem Sonnenschein 11.000 Skifans auf dem Gletscher, dass sich die Verletzung als verhältnismäßig gering herausstellt.

1. Durchgang
1. Denise Karbon ITA 1:11,52 Min.
2. Manuela Mölgg ITA 1:11,76 +0,24 Sek.
3. Tanja Poutiainen FIN 1:12,14 +0,62
4. Kathrin Zettel AUT 1:12,40 +0,88
5. Maria Pietilä-Holmner SWE 1:12,56 +1,04
6. Michaela Kirchgasser AUT 1:13,01 +1,49
. Tina Maze SLO 1:13,01 +1,49
8. Lindsey Vonn USA 1:13,30 +1,78
9. Kathrin Hölzl GER 1:13,32 +1,80
10. Anja Pärson SWE 1:13,34 +1,82
11. Fabienne Suter SUI 1:13,43 +1,91
12. Tessa Worley FRA 1:13,51 +1,99
13. Viktoria Rebensburg GER 1:13,52 +2,00
14. Taina Barioz FRA 1:13,56 +2,04
15. Chemmy Alcott GBR 1:13,83 +2,31
16. Andrea Fischbacher AUT 1:13,86 +2,34
17. Elisabeth Görgl AUT 1:14,23 +2,71
18. Maria Riesch GER 1:14,25 +2,73
19. Eva-Maria Brem AUT 1:14,35 +2,83
Weiter:
22. Stefanie Köhle AUT 1:14,61 +3,09
U.a. nicht qualifiziert:
31. Regina Mader AUT 1:16,21 +4,69
38. Karin Hackl AUT 1:16,89 +5,37
42. Anna Fenninger AUT 1:17,13 +5,61


Ausgeschieden im 1. Durchgang u.a.: Nicole Hosp (AUT), Nadia Fanchini (ITA), Tina Weirather (LIE)