Weltcup-Abfahrt in Val d'Isere abgesagt:
20 cm Neuschnee verhindern Jagd auf Cuche

Schweizer war großer Favorit bei Val d'Isere-Abfahrt Kranker Walchhofer nach Absage klarer Gewinner

Weltcup-Abfahrt in Val d'Isere abgesagt:
20 cm Neuschnee verhindern Jagd auf Cuche © Bild: AP/Bilow

Auf den Schnee haben sich die Veranstalter vorbereitet, allerdings kam er zu spät. Anstatt um acht Uhr am Freitagabend fing der heftige Schneefall in Val d'Isere erst am Samstag um fünf Uhr früh an, und damit zu spät, um am gleichen Tag auf der steilen "Face de Bellevarde" noch eine Weltcup-Herren-Abfahrt auszutragen. Für die heutige Super-Kombination (10.30/14.00 Uhr) ist Sonnenschein vorausgesagt, auf die Pistenarbeiter wartete im WM-Ort von 2009 allerdings viel Arbeit.

Damit hat in Val d'Isere wie im Jahr vor den Olympischen Sommerspielen 1992 die Abfahrts-Generalprobe für die Titelkämpfe nicht stattgefunden. Auch im Februar 1991 war trainiert worden, nach zwei Zeitläufen wurde dann allerdings der dritte und auch das Rennen wegen Schneefalls und Nebel abgesagt. Das Pech klebt dem Veranstalter in den Savoyer Alpen an den Fersen, denn im Dezember 2007 war schon keine Austragung der Damen-Weltcup-Rennen möglich gewesen. Wegen Schneemangels war die steile La-Solaise-Piste am Berg gegenüber dem "Face de Bellevarde" nur zu 60 Prozent fertig präpariert gewesen.

In der Nacht auf Samstag war auf der Bellevarde-Piste nur die zehnköpfige Lawinen-Sprengmannschaft im Einsatz, das Warten auf den Schnee zog sich bis in die Morgenstunden hin. Als es um fünf Uhr heftig zu flocken anfing, rückten 250 Personen aus - Mitglieder der Skischulen, Feuerwehrleute, Militär. Innerhalb von vier Stunden fielen zwanzig Zentimeter Neuschnee, der Einsatz der Maschinen war nicht möglich, um die Piste zu schonen. Der Veranstalter hatte am Samstag in Val d'Isere vorsorglich vier Kilometer Sicherheitsnetze entfernt, um den zu erwartenden Neuschneemassen in der Nacht mit Pistengeräten besser Herr werden zu können.

Österreichs Skiherren nützten den freien Samstag für Slalomtraining, ein Teil des rot-weiß-roten Teams befand sich am Vormittag allerdings bereits auf der Heimreise, so u.a. Hermann Maier, Klaus Kröll und Christoph Gruber. Die Abfahrt soll laut FIS-Renndirektor Günter Hujara in Kvitfjell nachgeholt werden, in Norwegen sind bisher für 1. und 2. März eine Abfahrt und ein Super-G angesetzt.

Walchhofer profitiert von Absage
Großer Gewinner der Absage in Frankreich ist Michael Walchhofer, der im Kampf um die kleine Kristallkugel damit weiterhin im Rennen ist. Der Salzburger hat wegen Grippe fürs Training passen müssen und hätte damit keine Startberechtigung gehabt. Im Abfahrts-Weltcup liegt Walchhofer als Dritter 121 Punkte hinter dem Schweizer Didier Cuche und 56 hinter dem US-Amerikaner Bode Miller. Nach Val d'Isere stehen noch die Abfahrten in Kvitfjell und Bormio auf dem Programm.

Samstagmittag schneite es in Val d'Isere noch immer. Die Pistenarbeiter kämpften gegen die Schneemassen, um am Sonntag eine Super-Kombination (Abfahrt, ein Slalom-Durchgang) zu ermöglichen.
(apa)