Weltbevölkerung überaltert in rasantem Tempo: Herausforderung für Polit-System

2020 bis 2030 ist Alterungsprozess am intensivsten Reformierung von Pensions- und Gesundheitswesen

Weltbevölkerung überaltert in rasantem Tempo: Herausforderung für Polit-System © Bild: APA/Schlager

Die Überalterung der Weltbevölkerung wird sich in allen Teilen der Welt in den kommenden zwei bis drei Jahrzehnten weiter beschleunigen. Erst dann kommt es zu einer leichten Entspannung der Situation. Das gaben das Institut für Demografie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) und das International Institute for Applied Systems Analysis (IIASA) in der Zeitschrift "Nature" bekannt.

Die Untersuchung wurde nach einem neuen Design angefertigt, so wurde auch die Zunahme der Lebenserwartung eingerechnet, berichtete Studienautor Wolfgang Lutz gegenüber der APA. Derzeit (Stand 2005) ist in Europa der durchschnittliche Mensch 30,4 Jahre alt. 2020 wird dieser Wert bei 33,1 Jahren und 2100 schließlich bei 45,5 Jahren liegen. Ähnliche Entwicklungen sehen die Experten für Nordamerika.

2020 bis 2030 Alterungsprozess am intensivsten
Im weltweiten Schnitt wird die Bevölkerung am schnellsten zwischen 2020 und 2030 überaltern. Manche Regionen wie etwa Japan sind früher betroffen, in West- und Osteuropa dauert der Prozess länger. Schlusslichter sind Südasien, der Mittlere Osten und Afrika.

In den meisten Regionen der Welt wird der Höhepunkt bis zur Jahrhundertmitte erreicht sein. Ab der zweiten Hälfte werden die Geschwindigkeiten der Alterungsprozesse der Bevölkerungen wieder zurückgehen.

"In den USA und in Teilen Westeuropas kommen die sogenannten Babyboomer der 1960er Jahre in den Jahren 2020 bis 2030 ins Pensionsalter", so Lutz. Zum anderen führt eine Zunahme der Lebenserwartung zur weiteren Alterung der Bevölkerungsstruktur. In vielen Entwicklungsländern sind Programme zur Familienplanung und wirtschaftliche Entwicklungen mit die Ursache für einen laufenden Geburtenrückgang seit den 1960er und 1970er Jahren.

Jetzt ist Politik gefordert
Diesen neuen Prognosen kommt auch eine wichtige politische Bedeutung zu: "Hier ist die Politik gefordert - sowohl das Pensions- als auch das Gesundheitswesen muss sich an diese Entwicklung anpassen und nachhaltige Konzepte entwickeln", sagte Lutz. (APA/red)