Weltbank kritisiert teures Pensionssystem: "Österreich nicht mehr wettbewerbsfähig"

Nur Modell in Paraguay ist ähnlich schlecht Kritik an Regierung, weil Harmonisierung noch aussteht

Eine Studie der Weltbank stellt der heimischen Regierung kein gutes Zeugnis aus: Trotz der jüngsten Reformen habe Österreich eines der teuersten Pensionssysteme der Welt. Robert Holzmann, Direktor für soziale Sicherheit in der Weltbank: "Österreich ist mit den hohen Pensionskosten nicht mehr wettbewerbsfähig".

In Österreich, Italien, Polen und Paraguay lägen die Pensionskosten bei knapp 15 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Während aber Italien und Polen schon Senkungen eingeleitet hätten, würden in Paraguay und Österreich die Reformen nur langsam greifen. Holzmann kritisiert im "WirtschaftsBlatt" (Freitag-Ausgabe) die Bundesregierung, weil sie noch immer keine Harmonisierung geschafft habe.

"Ich bin immer wieder überrascht über die politischen Schwierigkeiten. Technisch könnte das System innerhalb eines Jahres umgestellt werden", behauptet der Weltbank-Experte. Seiner Ansicht nach seien die bisherigen Reformen in Österreich unzureichend. Vor allem die private und betriebliche Pensionsvorsorge müssten steuerlich mehr gefördert werden. In Österreich würden steuerliche Anreize "einmal gegeben und später dann wieder genommen". Auch gegen Frühpensionierungen müsste mehr getan werden.

Der Ländervergleich ("Österreichs Pensionssystem ist das teuerste in der EU") zeigt öffentliche Ausgaben für Pensionen in Prozent des BIP 2004: Österreich 14,5, Italien 13,8, Griechenland 12,4, Frankreich 12,2, Deutschland 11,4, Dänemark 11,3, Portugal 10,9, Finnland 10,8, Belgien 9,5, Schweden 9,2, Spanien 8,8, Niederlande 8,3, Luxemburg 7,4, Grossbritannien 5,3, Irland 4,5.

(apa)