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Israel – Ägypten: Gefährliche Spiele

Susanne Scholl über die Unruhen in Kairo und die Folgen

Welt - Israel – Ägypten: Gefährliche Spiele © Bild: NEWS

Der Angriff auf die israelische Botschaft in Kairo war aus mehreren Gründen ein geradezu katastrophales Signal. Zum Ersten müssen diplomatische Vertretungen respektiert werden. Zum Zweiten sind Gewaltaktionen einer Menschenmenge nie dazu angetan, Probleme zu lösen. Zum Dritten bestätigt dieser Angriff die Befürchtungen, die seit Beginn des „arabischen Frühlings“ ohnehin da sind: dass radikale Gruppen versuchen könnten, die Aufbruchsstimmung für sich zu nutzen und der Geschichte eine Wendung zu geben, die sich jene, die gegen die alten Regime aufgestanden sind, nicht wünschen können. Zumal Ereignisse wie der Angriff auf die israelische Botschaft dazu angetan sind, von den eigentlichen Problemen in Ägypten abzulenken – was sicherlich auch ein Grund ist, warum sie überhaupt passieren.

Was diese Attacke so gefährlich macht, ist die Tatsache, dass sie das prekäre Gleichgewicht zwischen den beiden Staaten ins Wanken bringen könnte. Dabei gäbe es durchaus Gründe, Israels Haltung gegenüber dem „arabischen Frühling“ zu kritisieren. Viel zu lange hat die israelische Führung an Präsident Hosni Mubarak festgehalten. Viel zu lange schon zögert man damit, Kontakte zu den neuen politischen Eliten aufzunehmen. Die diffuse antiisraelische Haltung bei den Nachbarn erhält dadurch neuen Auftrieb. Was für den gesamten Nahen Osten gefährlich ist – vor allem aber für Israel selbst.

Natürlich ist es für Israel schwer, neue Wege zu gehen, wenn man die Nachbarn als feindselig erlebt. Trotzdem wird man nicht darum herumkommen. In Ägypten wiederum werden jene, die für eine demokratische Entwicklung kämpfen, wohl all jenen, die den Angriff auf die israelische Botschaft gutheißen, klarmachen müssen, dass derlei Aktionen Marken zeichen des alten Regimes waren – und in einem demokratischen Ägypten keinen Platz haben dürfen.

Kommentare

Frau Scholl und die gefährlichen Spiele Von Frau Scholl wäre eigentlch ein ausgewogener und besser recherchierter Artikel zu erwarten gewesen. Mit was für welchen politischen Eliten hätte denn Israel Kontakt aufnehmen sollen ? Wenn schon der Friedensnobelpreisträger El Baradei sich gegen Israel stellt. Die Aktionen wie die Sache mit der Botschaft hätte es eben unter Mubarak nicht gegeben. In Ägypten regiert nach wie vor das Militär und die Generäle warten mal ab wie die sogenannte Revolution weitergeht. Unter den neuen politischen " Eliten " ist niemand der auch nur ein wenig auf Israel zugehen will. Von Israel wird immer verlangt neue Wege zu gehen. Als Dank für den Sinai und den Gazastreifen haben die Israelis jetzt neuen Terror an der unmittelbaren Grenze.

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