Welt-Aids-Konferenz eröffnet: Ruf nach einer langfristigen Strategie gegen das Virus

Kein Ausweg: "Ende von Aids nirgendwo in Sicht" Mehr Forschung an unsichtbaren Chemie-Kondomen

Mit dem Ruf nach einer langfristigen Strategie gegen das tödliche Virus, neuen Medikamenten, größeren Spenden und entschieden handelnden Politikern hat in Toronto die 16. Welt-Aids-Konferenz begonnen. "Tragischerweise ist das Ende von Aids nirgendwo in Sicht", sagte Peter Piot, Direktor des Aids-Bekämpfungsprogramms UNAIDS der Vereinten Nationen.

Im 25. Jahr der globalen Krise gelte es vor allem, die grundlegenden Probleme der Krankheit zu beseitigen: Armut, Ausgrenzung, Angst vor Homosexuellen und die Unterdrückung der Frauen. "Es wird Zeit, dass wir ernst damit machen, Menschenrechte zu schützen und zu fördern - und das auch in unseren Budgets berücksichtigen", ergänzte Piot.

Zu dem Treffen sind rund 24.000 Teilnehmer von Hilfs- und Jugendorganisationen, Universitäten, Forschungseinrichtungen, Kirchen oder den Vereinten Nationen gekommen. Die Konferenz steht unter dem Motto "Time to deliver" (Zeit zu liefern) - frei übersetzt geht es darum, die seit langer Zeit bekannten Medikamente und Vorbeugungsprogramme in großem Maßstab zu allen Bedürftigen zu bringen, die zu rund 90 Prozent in den armen Ländern leben. Nur jeder Fünfte Bedürftigen in den armen Ländern bekommt die nötigen Pillen.

Eine der wichtigsten Aufgaben sei es, die Forschungsgelder für Mikrobizide - unsichtbare chemische Kondome - sofort zu verdoppeln, sagte Piot. Diese Wirkstoffe sollen sozial schwache Frauen gegen das Virus schützen, wenn sie den Mann nicht zum Kondomgebrauch zwingen können.

(apa)