Tierschutz von

Welpenmafia: Das Leid
der Vermehrerhunde

Fall "Emelie" regt auf: Beagle-Hündin muss trotz Rettung qualvoll sterben

Die Welpenmafia - Zigtausende Hundebabys werden illegal verkauft. © Bild: Hansanord Verlag/ www.leid-der-vermehrerhunde.de

Ihr kleiner Körper ist geschunden, gequält und ausgesaugt: Die Rettung für Beagle-Hündin "Emelie" aus den Fängen der Welpenmafia kommt zu spät. Vor wenigen Tagen ist die knapp zwei Jahre alte Hündin trotz ärztlicher Hilfe gestorben. Und "Emelie" ist kein Einzelfall: Jährlich vegetieren zigtausende Hündinnen und Rüden, sogenannte Vermehrerhunde, in Betonverschlägen dahin, um unter qualvollsten Bedingungen einen Welpen nach dem anderen zu produzieren. "Normale Hündinnen sind in ihrem Leben 3 bis 4 Mal trächtig, Vermehrerhündinnen bis zu 20 Mal", sagt Rechtsanwalt Volker Schütz, einer der Autoren von "Die Welpenmafia - Wenn Hunde nur noch Ware sind".

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Beagle-Hündin "Emelie" wird aus einer Welpenmafia-Station in Belgien befreit. Der Verein "Das Leid der Vermehrerhunde" versucht "Emelie" schließlich aufzupäppeln. Nur zarte acht Kilogramm wiegt das todgeweihte Bündel Hund bei seiner Rettung. "In Belgien gibt es leider viele dieser Vermehrungsstationen", sagt Gerda Melchior. Die Schriftstellerin hat gemeinsam mit ihrem Mann Volker Schütz und dem RTL-Anwalt Christopher Posch das Buch "Die Welpenmafia" geschrieben.

Die Welpenmafia - Zigtausende Hundebabys werden illegal verkauft.
© Hansanord Verlag Das Autorenduo Gerda Melchior und Volker Schütz

Als Gebärmaschine missbraucht
Meist werden die Vermehrerhündinnen bereits im Alter von nur sechs Monaten das erste Mal gedeckt, erklärt das Autorenduo Melchior und Schütz. Und dann folgt nur noch gebären, gebären, gebären; solange bis das Tier schließlich qualvoll zu Grunde geht. Oft können Tierschützer selbst nach der Rettung den Tod des Tieres nicht verhindern. Auch im Fall von "Emelie" kommt jede Hilfe zu spät: Weil sie als Gebärmaschine missbraucht wird, ist ihre Gebärmutter perforiert, sie leidet an einer Sepsis, möglicherweise verursacht durch einen toten Welpen im Bauch. Die Operation verläuft noch erfolgreich, doch dann versagen die letzten Kraftreserven der Hündin. Sie stirbt.

"Emelies" Schicksal in Bildern:

Billig-Welpen-Nachschub

Ähnlich wie "Emelie" ergeht es jährlich tausenden von Hunden, die für Nachschub an Billig-Welpen sorgen müssen. "Die Welpen werden den Hündinnen bereits im Alter von vier Wochen weggenommen, anstatt wie normalerweise mit acht Wochen", teilt Schütz mit. Die Hündin wisse also nicht mehr, wohin mit der Milch.

In der Folge bilden sich Zysten und Knoten. Sobald die Welpen weg sind behandeln die skrupellosen Händler die Hündinnen mit Hormonen, um sie erneut trächtig zu bekommen und das während sie noch Milch geben.

Welpenmafia: Ein Gesäuge einer Vermehrerhündin.
© www.leid-der-vermehrerhunde.de/Regenbrecht Die Labradorhündin "Stine" hat ihr Leben in einer Vermehrungsstation in Belgien verbracht.

Gequält, vergewaltigt und vergessen

Viele der Hunde, die aus solchen Vermehrungsstationen gerettet werden und überleben, sind schwer wieder zu sozialisieren, wie das Autorenduo berichtet. So können viele der Hunde nicht durch Türen gehen. "Die Hunde werden vor eine Türe gestellt, dem Hund wird die Tür dann so oft in die Rippen geknallt, bis sie begriffen haben, dass es wehtut", sagt Schütz. Auch in ihrem Buch "Die Welpenmafia" beschreiben die Autoren das grausame Schicksal der Vermehrerhündinnen: "Wenn die Hündin irgendwann ihr Soll erfüllt hat, was nichts anderes heißt, als dass sie so kaputt und ausgemergelt ist, dass sie eine weitere Trächtigkeit nicht überleben würde, wird sie ausgesondert".

© www.leid-der-vermehrerhunde.de/Regenbrecht Das stark in Mitleidenschaft gezogene Gesäuge der Hündin "Stine".

Nicht selten werden die Hündinnen regelrecht vergewaltigt, um Nachwuchs zu zeugen. Die Tiere werden in einem Gestell festgeschnallt, damit der Deckrüde sie bespringen kann. Sind die Tiere körperlich am Ende, werden sie zum Sterben weggeworfen und vergessen. Denn für die Welpenmafia zählt nur eines - der Profit.

Die Welpenmafia - Zigtausende Hundebabys werden illegal verkauft.
© Hansanord Verlag

Das Buch:
Christopher Posch, Gerda Melchior, Volker Schütz
„Die Welpenmafia. Wenn Hunde nur noch Ware sind“
Hansanord Verlag, 2013
320 Seiten
19,99 € (D) / 20,60€ (A)

Kommentare

ich freue mich, dass news dieses thema aufgreift.
aufklärung ist das wichtigste - HÄNDE WEG VON WÜHLTISCHWELPEN!!!!
http://www.vier-pfoten.at/kampagnen/heimtiere/welpenhandel/illegaler-welpenhandel-verursacht-immenses-tierleid/

http://www.tasso.net/Tierschutz/Aktionen/Wuhltischwelpen

ebenso wichtig!!!
http://www.vier-pfoten.at/projekte/streunertiere/stray-animal-care/

So lange das Tier eine Ware ist werden sich die Missstände auch nicht ändern. Schuld sind die Regierungen, würde die endlich die Gesetze drastisch ändern und ordentliche Strafen 5000€ aufwärts verhängen. ;-) Das ist eine echte Schweinerei, die es bei uns in Österreich auch gibt und wenn man es meldet kommt eh nichts raus, ich weiß wovon ich spreche.

fuerTiere

Tierschützer schätzen den Umsatz, der pro Jahr mit dem Handel von Hundewelpen aus Massenzuchten erwirtschaftet wird, auf fast 400 Millionen Euro jährlich‑ allein in Deutschland. Die Welpen, die auf Wochenmärkten oder in Annoncen angeboten werden, stammen zumeist aus Massenzuchten, Tierfabriken im osteuropäischen Ausland. Schon nach wenigen Wochen viel zu früh von den Mutterhündinnen getrennt..

Monika Wegscheidl

ich verstehe die Menschen nicht die solche Welpen kaufen, meine beiden Hunde sind von österreichischen Züchtern wo ich die Elterntiere kennen lerne und da ist jeder Wurf registriert, wenn die Leute diese Welpen nicht kaufen würden wäre die Sache schnell erledigt weil keine Nachfrage, so ein Welpe kann ja auch keine guten gesunden Voraussetzungen haben, das kann ganz schön teuer werden

sollte heißen: und "dort" ve...

Und warum gibt es so etwas: weil ja fast jeder zweite einen Hund haben muss. Besonders in den Städten, und vegetieren sie weiter.

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