Illegaler Handel von

Diese Welpen bringen
ihre Dealer vor Gericht

Muster-Prozess gegen zwei Wiener: Jetzt sprechen die beiden Angeklagten.

Drei der geretteten Hundewelpen aus Wien Donaustadt gestorben © Bild: Wiener Tierschutzverein

Der illegale Handel mit Welpen boomt. Zehntausende Hunde werden jährlich in Tschechien, der Slowakei und in Ungarn unter teils grauenhaften Bedingungen gezüchtet, nach Österreich geschmuggelt und hier zu Dumpingpreisen verkauft. Ein Millionen-Geschäft, kaum zu unterbinden. Denn wenn die Abnehmer der Tiere erkennen, dass die Babys an Seuchen leiden oder ihre Papiere gefälscht sind, befinden sich die Dealer meist schon wieder über der Grenze. Und könnten weiterhin unbehelligt ihrem kriminellen Business nachgehen. Bislang verliefen Anzeigen von Betroffenen jedenfalls meist im Sand, und gelang es den Behörden mitunter doch, Täter zu schnappen - dann galten ihre Delikte letztlich bloß als kleine Verwaltungsübertretungen.

Das soll demnächst anders werden: In einem Musterprozess will die Justiz nun nämlich der Tier-Mafia den Kampf ansagen. Am 28. November wird im Wiener Landesgericht eine Verhandlung stattfinden, gegen ein Paar, das in seiner Wohnung in der Donaustadt über Jahre hindurch einen regen Handel mit Ost-Welpen betrieben hat. Die Anklage gegen Sascha und Petra K. (Namen geändert), beide 31, scheint schwerwiegend: Sie lautet auf schweren Betrug, Tierquälerei und auf "das Vergehen der Gefährdung des Tier- und Pflanzenbestandes“. Strafrahmen: bis zu zehn Jahre Haft. In NEWS sprechen jetzt die zwei Beschuldigten. Über ihre Taten, und über die Methoden der Welpen-Banden.

NEWS: Herr K., Frau K. - seit fast einem Jahr wird über Ihren Fall in den Medien berichtet...
Sascha K.: ...so, als ob wir Schwerverbrecher wären.
Petra K.: Was wir nicht sind. Denn wir haben niemals bewusst etwas Böses getan.

NEWS: Sie verkauften Hundebabys aus dem Osten, deren Impfpässe gefälscht und die zum Teil schwer krank waren.
Sascha K.: Wir sind in eine fürchterliche Sache hineingeraten, die völlig aus dem Ruder gelaufen ist. Und als wir die Wahrheit erkannten war es zu spät, das Steuer umzureißen.

NEWS: Das müssen Sie genauer erklären...
Sascha K.: Es war vor rund drei Jahren, meine Frau, unser erster Sohn - er war damals fünf - und ich wollten unbedingt einen Hund. Einen Malteser. Wir stießen auf die Anzeige eines Slowaken. Fuhren zu seinem Bauernhof. Hatten einen guten Eindruck von ihm und seinen Tieren. Erstanden um 350 Euro eine Hundedame, die völlig gesund gewesen ist.
Petra K.: Wir fanden den Mann nett, blieben weiter mit ihm in Kontakt - und irgendwann fragte er uns, ob wir bereit wären, selbst mit Welpen zu handeln. Weil wir Hunde lieben, fanden wir nichts dabei. Also brachte er fortan etwa im Abstand von zwei Wochen immer so vier, fünf Babys zu uns nachhause. Die wir dann selbst im Internet zum Kauf anboten.

NEWS: Ihr Gewinn dabei?
Sascha K.: Wir zahlten für die Tiere jeweils zwischen 150 und 180 Euro - und gaben sie um 300 bis 450 Euro weiter.

NEWS: Ein nettes Nebeneinkommen.
Petra K.: Natürlich war auch das Geld ein Anreiz. Mein Mann ist Verkäufer und verdient kein Vermögen. Ich bin damals, als alles begann, mit unserem zweiten Kind schwanger gewesen, und wusste also, dass ich bald nicht mehr meinen anstrengenden Job als Reinigungskraft würde ausüben können.
Sascha K.: Trotzdem: Groß war unsere Provision nicht. Weil wir ja manchmal hohe Kosten mit den Welpen hatten. Wenn wir spürten, dass es ihnen nicht gut ging, sind wir sofort mit ihnen zum Tierarzt gelaufen.

NEWS: Dennoch gab es schon 2011 mehrere Anzeigen gegen Sie. Weil Sie Hunde, die krank oder deren Impfpässe gefälscht gewesen sind, veräußert hatten.
Petra K.: Wir brachen daraufhin jeden Kontakt mit unserem Lieferanten ab, zahlten alle Strafen, die uns auferlegt wurden.

NEWS: Und setzten dennoch Ihren Tierhandel fort.
Petra K.: Wir waren so gewöhnt daran, Welpen bei uns daheim zu haben - das wollten wir einfach nicht mehr missen. Darum besorgten wir uns einen Gewerbeschein, um ganz offiziell Hundebabys verkaufen zu dürfen.
Sascha K.: Und dann fielen wir einem noch fieseren Typen in die Hände. Einem Tschechen, der vorgab, alle Hunde vor ihrer Übergabe ausführlichen Gesundheitschecks zu unterziehen. Leider haben wir ihm, und einem Mann, den er uns als hochangesehenen Tierarzt vorstellte, geglaubt.

NEWS: Viele der Welpen, die Sie in der Folge anboten, waren ebenfalls mit Seuchen infiziert.
Petra K.: Ja, und wir kapierten deshalb natürlich mit der Zeit, dass wir schon wieder zum Werkzeug skrupelloser Menschen geworden waren.

NEWS: Und Sie machten dennoch weiter mit ihnen Geschäfte.
Sascha K.: Einen Vertrag mit Verbrechern zu lösen, ist nicht so einfach.

NEWS: Wieso? Wurden Sie von ihnen erpresst, bedroht?
Sascha K.: Davon können Sie ausgehen. Und ein Veterinärmediziner kann bezeugen: Zuletzt war der Welpenhandel für uns ein Minus-Business. Weil wir die Hunde, die bei uns landeten, dauernd behandeln lassen mussten.

NEWS: Im Dezember 2012 bahnten zwei "Vier-Pfoten“-Mitarbeiterinnen bei Ihnen einen Scheinkauf an. Daraufhin wurden von den Behörden in Ihrer Wohnung 13 Malteser und Terrier-Mischlinge beschlagnahmt, von denen drei kurz danach an Parovirose starben. Das ist der Grund für das Verfahren gegen Sie.
Petra K.: Fakt ist aber auch: Wir kooperieren mit der Polizei. Haben den Beamten längst die wahren Täter in dieser schrecklichen Geschichte geliefert. Und wir glauben fest daran, dass bei unserem Prozess klar wird, dass wir keine Tierquäler sind - und wir Hunde tatsächlich über alles lieben.
Sascha K.: Und wenn es uns gelingt, das zu beweisen, dann werden wir völlig neu beginnen...

NEWS: Was soll das bedeuten?
Petra K.: Unser Plan ist es, in der Zukunft selbst Hunde zu züchten. Unter besten Bedingungen hier, in unserer Wohnung, in Österreich.

Vier Pfoten filmte mit versteckter Kamera - Dealer fliegen auf:

© Video: VIER PFOTEN

Kommentare

fuerTiere

Tierschützer schätzen den Umsatz, der pro Jahr mit dem Handel von Hundewelpen aus Massenzuchten erwirtschaftet wird, auf fast 400 Millionen Euro jährlich‑ allein in Deutschland. Die Welpen, die auf Wochenmärkten oder in Annoncen angeboten werden, stammen zumeist aus Massenzuchten, Tierfabriken im osteuropäischen Ausland. Schon nach wenigen Wochen viel zu früh von den Mutterhündinnen getrennt, können die Kleinen nicht selten gerade erst laufen. Doch je kleiner und hilfloser das Hündchen wirkt, desto größer ist die Chance des Händlers, es zu verkaufen. Fast alle dieser Welpen sind krank, viele überleben nur wenige Wochen.

hoffentlich wird aus dem *plan* nix-hier kooperierten die doch nur wegen dem minus geschäft und wenn ich schon höre *beste bedingungen, hier in unserer WHG* werd ich grantig-hab jedoch die hoffnung dass der züchterverband denen ne absage erteilt und dann wirds nur ne frage der zeit sein bevor sie aufhören, da jeder welpe 12 wochen bei der mutter bleiben und sowohr gechipt als geimpft und entwurmt übergeben werden darf-leutekauft euch keine hunde über solche gebährmühlen

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