Wellnesshotelpools - ekelig, unhygienisch:
Nur jedes 5. Becken entspricht Vorschriften

Österreich ist im Dreiländer-Vergleich Schlusslicht Sollwerte auch bis um das Siebenfache überschritten

Wellnesshotelpools - ekelig, unhygienisch:
Nur jedes 5. Becken entspricht Vorschriften

In hochpreisigen Wellness-Tempeln sollte es eigentlich selbstverständlich sein, dass die Wasserqualität in den Schwimmbecken top ist. Ein Test des kritischen Wellnesshotelführers Relax Guide, bei dem insgesamt 449 Hotel-Pools untersucht worden sind, bracht allerdings ein alarmierendes Ereignis: Nur bei rund einem Fünftel aller Pools war das Wasser so aufbereitet, wie es das österreichische Bäderhygienegesetz vorgibt. Im Dreiländervergleich von Deutschland, Mauritius und Österreich schnitt die Alpenrepublik zudem am schlechtesten ab.

Die saubersten Pools gab es in Deutschland, dort waren immerhin 24,4 Prozent aller Proben in Ordnung. Auf der Insel Mauritius lagen immerhin noch 23,1 Prozent der beckenwerte (52 Pools) im zulässigen Bereich. Österreichische Betriebe - überprüft wurden 231 Becken - schnitten dagegen am schlechtesten ab.

Messbereich reichte nicht aus
Relax Guide-Herausgeber Christian Werner: "Nur 19,5 Prozent aller Wasserwerte entsprachen den Hygienestandards. Bei 3,8 Prozent der Messungen zeigten sich überdies derart extreme Abweichungen von den Sollwerten, dass der Messbereich unserer Geräte nicht mehr ausreichte. In manchen Fällen wurden die Sollwerte bis um das Siebenfache überschritten."

Untersuchungsgegenstand
Auf Basis des Bäderhygienegesetzes wurde der Gehalt an freiem und gebundenem Chlor untersucht, für den PH-Wert sowie die Leitfähigkeit zog man Standards professioneller Wasseraufbereitung als Meßlatten heran. Christian Werner: "Die vorgefundenen Fakten sind noch keine Beweise für eine Gefährdung der Gesundheit, sondern vielmehr Indizien für Gefährdungspotential. Ekelig sind sie aber allemal. Und mit Sicherheit ein eindringliches Signal für die Hotellerie, hier mehr zu tun."

Erst der Anfang
Die Untersuchungen waren Werner zufolge erst ein Anfang. "Wir werden weiter am Thema dranbleiben, das ist für uns eine touristische Qualitätssicherungsmaßnahme. Und wir wollen damit dazu beitragen, dass unsere Leser unbesorgt und ohne Hautausschlag oder Infektionen baden können", so der Herausgeber. (apa/red)