Weitere Garantie vom ÖGB: BAWAG kann aufatmen - Schießt Gewerkschaft Geld zu?

Banken haben Auffanglösung angeblich abgelehnt Republik: BAWAG-P.S.K.-Gruppe soll nichts passieren

Der ÖGB als Noch-Eigentümer der BAWAG P.S.K. hat ein weiteres Mal eine Garantie für die Refco-krisengeschüttelte Bank abgegeben. Der ÖGB unter der neuen Führung von Rudolf Hundstorfer habe gegenüber Aufsichtsbehörden, Finanzministerium und Bilanzprüfern "eine schriftliche und unbegrenzte Garantie für die BAWAG abgegeben", schreibt der "Kurier".

Dies bedeute, dass der ÖGB im Ernstfall Kapital in die BAWAG einschießt. Ob der ÖGB über solche Mittel verfüge, sei aber völlig offen. Der neue ÖGB-Finanzchef Foglar hat jedenfalls erklärt, mit der ÖGB-Bilanz in die roten Zahlen zu rutschen.

Mit dieser Garantie sei die BAWAG als Bank vorerst aus dem Schneider, das Risiko aus Klagen von Refco-Geschädigten habe damit der ÖGB übernommen, schreibt die Zeitung. "Eigentlich macht die neue ÖGB-Führung nichts anderes als Ex-ÖGB-Chef Fritz Verzetnitsch im Jahr 2000, als der Milliardenverlust aus den 'Karibik-Geschäften' auftauchte", so die Zeitung.

Die Garantie sei notwendig geworden, weil die heimischen Banken jede Art von Auffanglösungen, die sie mit einbindet, ablehnten. Mit der neuerlichen ÖGB-Garantie bräuchten sich Kunden der Bank keine Sorgen mehr zu machen.

Ob sich auch internationale Geldgeber damit beeindrucken lassen, lässt die Zeitung dahingestellt. Aber für diesen Fall habe die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) erklärt, Gelder zur Verfügung zu stellen. Auch die Republik wolle, dass der BAWAG-P.S.K.-Gruppe nichts passiere.

Der Weiterbestand der in Österreich tadellos arbeitenden BAWAG liege auch den anderen Banken am Herzen, erklärte deren oberster Funktionär Walter Rothensteiner, Chef der Raiffeisen Zentralbank. Es gehe darum, den Finanzplatz Österreich aus den negativen Schlagzeilen zu bekommen.

(apa/red)