"Weiße Elefanten": Wenn Gebäude sowohl Sinn als auch Daseinsberechtigung verlieren

Einst gefeiert und bevölkert - jetzt leer und vergessen Achtung: Leider nur Fachbuch-Experten vorbehalten!

"Weiße Elefanten": Wenn Gebäude sowohl Sinn als auch Daseinsberechtigung verlieren © Bild: Jovis Verlag

„Weiße Elefanten“ – so nannte man im postkolonialen Afrika mit internationaler Unterstützung errichtete, aber nie in Funktion genommene Bauten. Ein Phänomen ungeheurer Verschwendung. Auch in Europa finden sich solche Giganten: ein nahezu ungenutzter Bahnhof von Santiago Calatrava bei Lyon, das Skelett eines Einkaufszentrums von Aldo Rossi in Berlin, ein einsamer Autobahnzubringer mitten im Nirgendwo, den sich die Natur allmählich zurückerobert…

Der Schweizer Fotograf Christian Helmle fand auf der Suche nach Neubauruinen in Städten und Landschaften Europas eine Vielzahl monumentaler Solitäre. Ihrer ursprünglichen Funktion ledig, haben die sinnlosen Bauten den Bezug zu ihrer Umgebung verloren und wirken fremdartig und surreal. In Christian Helmles Aufnahmen entwickeln sie eine ganz eigene Ästhetik voll berührender Melancholie.

news.at meint:
Leider nur für wahre Fachbuch-Experten! Dieser Bildband hält was er am Cover verspricht - so wird es uns zumindest vom Verlag vermittelt. Die hier präsentierte hochwertige Ansammlung bedruckter Seiten darf - so durften wir es verstehen - niemals in die Hände eines Laien geraten, sondern ist einzig erlesenem Fachpublikum vorbehalten.

Ähnlich wie verlassene Gebäude, die ihren Zweck erfüllt haben oder gar niemals erfüllen durften, sollen manche Bücher unverständlicherweise besser unberührt als zu wenig gewürdigt werden. Ähnlich wie Gebäude, die mit Unkraut zuwuchern und in Vergessenheit geraten, bleibt diesem wunderschönen Bildband gar nicht die Möglichkeit vergessen zu werden, darf er doch keinesfalls von jedermann aufgeschlagen werden und bleibt somit im kleinen exklusiven Kreis verborgen anstatt einfach als Buch seine wahre Berufung zu erfüllen.

Jovis Verlag (Hrg.): Weiße Elefanten. Fotografien von Christian Helmle. Mit einem Essay von Konrad Tobler. Jovis Verlag: Berlin o. J.

www.jovis.de

(red)