Sexuelle Diskriminierung von

Weinstein-Anklägerin selbst des sexuellen Angriffs beschuldigt

Asia Argento zahlte laut "NYT" Schweigegeld an damals 17-jähriges Opfer

Asia Argento © Bild: APA/AFP/Poujoulat

Die italienische Schauspielerin Asia Argento, eine der führenden Stimmen der #MeToo-Debatte, hat nach Presseinformationen einem von ihr sexuell angegriffenen Mann Schweigegeld bezahlt. Wie die "New York Times" am Sonntag berichtete, erhielt der Schauspieler und Rockmusiker Jimmy Bennett 380.000 Dollar (333.000 Euro). Die Zeitung beruft sich auf ihr vorliegende Unterlagen, deren Herkunft sie nicht benennt.

Argento war eine der ersten Frauen gewesen, die den Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein der Vergewaltigung beschuldigten. Bennett zufolge erfolgte der sexuelle Übergriff 2013 in einem Hotel in Kalifornien. Argento war damals 37 Jahre alt, Bennett war zwei Monate zuvor 17 geworden. Das gesetzliche Mindestalter für einvernehmlichen Sex liegt in Kalifornien bei 18 Jahren. Die Zeitung versuchte nach eigenen Angaben wiederholt vergeblich, eine Stellungnahme von Argento oder ihren Vertretern zu bekommen.

Den von der Zeitung eingesehenen Dokumenten zufolge kam der Deal zwischen Argento und Bennett im April zustande. Drei mit dem Fall vertraute Persönlichkeiten bestätigten der "New York Times" die Echtheit der Unterlagen.

"Sexuelle Nötigung" soll Kinderstar traumatisiert haben

Argentos Anwältin Carrie Goldberg sagte, mit dem Geld habe Bennett "geholfen" werden sollen. Für Bennetts Anwälte war der Vorfall in dem Hotel eine "sexuelle Nötigung", durch das der einstige Kinderdarsteller traumatisiert wurde - mit Folgen für seine geistige Gesundheit und sein Einkommen. Beabsichtigt ist der Zeitung zufolge, Argento wegen sexuellen Angriffs und Nötigung auf Schadenersatz in Höhe von 3,5 Millionen Dollar zu verklagen.

Argento berichtete öffentlich, dass Weinstein sie 1997 während des Filmfestivals von Cannes in seinem Hotelzimmer vergewaltigte, als sie 21 Jahre alt war. Der Hashtag #MeToo wurde später unter ihrer Mitwirkung zum Sammelruf für den Kampf gegen sexuelle Gewalt. Beim diesjährigen Festival von Cannes hielt Argento eine emotionale Ansprache, in der sie ankündigte, dass Weinstein "niemals mehr in Cannes willkommen sein" werde.

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