Weil Schachmeister bei Anti-Putin-Demo war: Kasparow muss 1000 Rubel Strafe zahlen

Justiz: Regierungsfeindliche Slogans auf Kundgebung

Der russische Oppositionelle und Ex-Schachweltmeister Garri Kasparow ist für seine Beteiligung an einer Kundgebung gegen Präsident Wladimir Putin zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Die Justiz warf Kasparow vor, auf der Demonstration im April regierungsfeindliche Slogans gerufen zu haben, berichtete die Nachrichtenagentur Interfax. Ein Moskauer Gericht habe die Entscheidung bestätigt, dass Kasparow und einer der Führer der Oppositionsbewegung "Anderes Russland" ein Bußgeld von 1.000 Rubel (28,6 Euro) zahlen müssten.

Kasparow sagte, das Urteil sei ein schwerwiegender Präzedenzfall. Es seien keine Zeugen darüber befragt worden, ob er unschuldig sei. "Das ist ein Signal für die Machthaber, dass sie machen können, was sie für gut halten, ohne gesetzliche Normen oder den gesunden Menschenverstand zu berücksichtigen", sagte er.

Kasparow, der einer der Organisatoren der Demonstration vom 14. April in Moskau war, will zusammen mit seiner Anwältin den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in Straßburg anrufen. Die russische Polizei hatte nach der Demo über dreihundert Menschen festgenommen. (APA/red)