Weil der Kick fehlt:
Über die Rückkehrer des Jahres

KOMMENTAR von Nina Strasser

Weil der Kick fehlt:
Über die Rückkehrer des Jahres

Lance Armstrong hat’s hinter sich gebracht, Kim Clijsters ist gerade dabei, Felix Gottwald arbeitet daran, Michael Schumacher sagte schweren Herzens ab: das Comeback. Nachdem es 2007 der Exweltmeister im Boxen, Henry Maske, nach zehn Jahren Pause mit einer erfolgreichen Revanche gegen Virgil Hill, der ihm einst den Titel abknöpfte, vorgemacht hat, ziehen andere Stars nach. Doch was können ein siebenfacher Tour-de-France-Sieger, eine ehemalige Nummer eins im Tennis, der erfolgreichste Olympionike Österreichs (sechs Medaillen in der Nordischen Kombination, zwei davon in Gold) oder ein siebenfacher Formel-1- Weltmeister noch gewinnen? Sind Idole wie diese durch ein Comeback nicht eher gefährdet, ihren guten Ruf zu verlieren, da alles andere als ein Sieg als Misserfolg gewertet wird? Was treibt sie also an? „Experten“ wissen es. Fehlendes Geld oder fehlende Aufmerksamkeit. Wahrscheinlicher ist aber, dass es Menschen, die in ihren sportlichen Karrieren derart viel geleistet haben, schwerfällt, entsprechende Ziele im Leben danach zu finden, etwas, was ihren Adrenalinspiegel in die Höhe treibt, wie den Gegner, vor allem aber sich selbst, zu besiegen. Letztlich ist es wohl genau das, worin die größte Herausforderung für einen Sportler liegt.