Weil wir immer fetter werden: EU fordert Nährwert-Kennzeichnung bei Lebensmitteln

Künftig soll genaue Kennzeichnung Pflicht werden Grund: Zunehmende Fettleibigkeit bei EU-Bürgern

Weil wir immer fetter werden: EU fordert Nährwert-Kennzeichnung bei Lebensmitteln

Im Kampf gegen Fehlernährung und Übergewicht will die EU Nährwertangaben auf Lebensmittelverpackungen zur Pflicht machen. Die Lebensmittelbranche soll laut einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" gezwungen werden, Informationen zum Kaloriengehalt, zu Fett, Zucker, Salz und gesättigten Fettsäuren unmittelbar "im Blickfeld" der Kunden zu machen. Die Unternehmen sollen demnach drei Jahre Zeit haben, die Vorgaben umzusetzen. Der Vorschlag solle wahrscheinlich im Dezember vorgelegt werden, berichtete die Zeitung.

In Deutschland hatte Verbraucherminister Horst Seehofer (CSU) bereits im Oktober ein eigenes Konzept für Nährwertangaben auf Lebensmittelverpackungen vorgestellt. Die Umsetzung ist in Deutschland aber freiwillig. Große internationale Lebensmittelkonzerne wie Nestlé, Unilever, Danone, Kraft oder Masterfoods hatten im Mai die schrittweise Einführung von Nährwertangaben auf der Verpackungsvorderseite ihrer Produkte angekündigt. Auch der Handelskonzern Rewe startete im Oktober eine Initiative zur Kennzeichnung seiner Eigenmarken.

Nach den Plänen der EU sollen die Lebensmittelhersteller die Nährwerte je 100 Milliliter oder Gramm aufführen. Zudem müssen sie den Anteil der Nährstoffe am Tagesbedarf einer erwachsenen Frau, also 2.000 Kalorien, angeben. Verbraucherschützer kritisieren solche Angaben als zu kompliziert. Sie fordern eine farbliche Ampel-Kennzeichnung, die etwa auch Kinder und weniger Gebildete verstehen. Solch eine Kennzeichnung gibt es etwa bereits in Großbritannien. (apa/red)