Weil Bratislava Schulden nicht übernimmt: AUA stellt Betrieb bei Slovak Airlines ein!

Slowakei gegen Übernahme von 6 Mio. € Schulden

Weil Bratislava Schulden nicht übernimmt: AUA stellt Betrieb bei Slovak Airlines ein!

Die Austrian Airlines haben heute den Linienflugbetrieb ihrer slowakischen Tochter Slovak Airlines eingestellt. Damit zieht die AUA die Notbremse, nachdem die slowakische Regierung ihre Entscheidung über eine Übernahme alter Schulden der Slovak Airlines neuerlich vertagt hat.

Der AUA-Vorstand habe beschlossen, die beiden zwei Slovak Airlines -Flugzeuge, die sich im Eigentum der AUA Group befänden, rasch zurückzuführen, um eine Sicherstellung des Konzern-Eigentums zu gewährleisten, teilte die AUA mit. In dem Streit zwischen der AUA und der slowakischen Regierung geht es um Altschulden der Slovak Airlines in Höhe von rund 6 Mio. Euro. Nach Darstellung der AUA hat sich Bratislava bei der Privatisierung der Slovak Airlines im Jänner 2005 verpflichtet, die bestehenden Schulden der maroden Airline zu übernehmen.

Ein Ultimatum der AUA bis 31. Dezember 2006 zur Übernahme der Schulden ließ die Regierung in Bratislava verstreichen und auch eine Regierungssitzung am 17. Jänner brachte keine Entscheidung. Vielmehr soll nun die EU-Kommission entscheiden, ob eine Schuldenübernahme durch den Staat eine verbotene Beihilfe wäre. Die Antwort aus Brüssel wird in zwei bis drei Monaten erwartet.

Bei der AUA wertet man dies als "bewusste Hinhaltetaktik", wodurch der AUA bereits erheblicher Schaden entstanden sei. Die Nichteinhaltung von Zusagen sei "keine Ermutigung für ausländische Investoren, sich in der Slowakei wertschöpfend zu engagieren", hieß es. Die AUA erwarb im Jänner 2005 im Rahmen einer Kapitalerhöhung 62 Prozent des Aktienkapitals der Slovak Airlines.

Slovak Air beschäftigt 100 MItarbeiter und bediente bisher im Linienverkehr die Strecken Bratislava-Brüssel und Bratislava-Moskau. Linienpassagiere werden auf AUA-Flüge von und nach Wien umgebucht, so die AUA. (apa/red)