Weihnachtsgeschäft von

Kaufen gegen die Krise

Der Handel macht Rekordumsätze: Möbel, Elektronik und Schmuck profitieren besonders

Weihnachtsgeschäft - Kaufen gegen die Krise

Die Krise scheint vergessen, das Geld wird wieder ausgegeben. Die Beschenkten wird es freuen. "Der Handel wird heuer im Dezember erstmals über 1,6 Mrd. Euro zusätzlich zum normalen Umsatz erwirtschaften", sagte Peter Voithofer von der KMU Forschung Austria am Dienstag vor Journalisten.

Kalenderbereinigt hat die gesamte Branche bis einschließlich 17. Dezember ein nominelles Umsatzplus von 4 Prozent erwirtschaftet, auch real (inflationsbereinigt) blieb ein kleines Plus übrig. Vor diesem Hintergrund rechnet Voithofer mit einem Zuwachs von etwa 3 Prozent für das gesamte Weihnachtsgeschäft. Der Handel insgesamt dürfte das Jahr 2011 nominell zwar auf Vorjahresniveau abschließen, nicht aber real.

Krise hin oder her, das Weihnachtsgeschäft sei eine stabile Größe, so Voithofer. "Das ist das Fest der Familie und der Kinder, da fängt man nicht zu sparen an." Obwohl die zahlreichen Negativschlagzeilen zunehmend Verunsicherung schafften, wie der Chef der KMU Forschung einräumte. Die neue Handelsobfrau Bettina Lorentschitsch blickt mit Argusaugen auf das Sparpaket der Regierung. Dieses dürfe nicht so ausfallen, dass es den Konsum belastet. "Wirklich schlecht" seien die kürzlich beschlossenen Abgabenerhöhungen in Wien, "da dürfen nicht weitere folgen".

Schuhe und Sportartikel als Verlierer
Im Vorjahr noch die größten Gewinner, zählten Sport- (-5 Prozent) und Schuhhandel (-8 Prozent) heuer bisher zu den größten Verlierern. "Diese Branchen setzen auf ein sehr hohes Niveau auf und außerdem spielte da das Wetter nicht mit", erläuterte Voithofer. Im Herbst war es zu warm, dann ließ der Wintereinbruch auf sich warten.

Elektronik und Möbel boomen
Im Spielzeughandel bewegte sich das Geschäft bisher nicht vom Fleck, wofür Voithofer das veränderte Umfeld und eine Abwanderung in Richtung Elektrohandel (+6 Prozent) verantwortlich macht. Letzterer zählte neben dem Möbelhandel (+8 Prozent) bis dato zu den größten Profiteuren des Weihnachtsgeschäfts. Aber auch Kosmetik- und Uhren-bzw. Schmuckhandel (jeweils +5 Prozent) sowie Bekleidungs- und Lebensmittelgeschäfte (jeweils 4 Prozent) setzten bis inklusive 17. Dezember nominell mehr um als im Jahr davor. Der Buchhandel, der zu Weihnachten bis zu einem Drittel des Jahresumsatzes macht, erwirtschaftete ein nominelles Plus von 3 Prozent, womit die Branche real ins Minus abdriftet.

Auch wenn die Zwischenbilanz bereits für zufriedene Gesichter sorgt, steht dem Handel ein großer Teil des Geschäfts noch bevor. Bis zu 40 Prozent des Umsatzes macht die Branche neun Tage vor und nach dem Heiligen Abend. Mehr als ein Viertel (28 Prozent) der Österreicher besorgt die Geschenke ohnehin erst in der zweiten Dezemberhälfte, ergab eine Umfrage der KMU Forschung Austria. Heuer etwas erhöht hat sich aber der Anteil jener, der die Präsente schon vor November besorgt hat, und zwar von 17 auf 23 Prozent.