Weihnachten von

Tiere sind keine Ware

Weihnachten - Tiere sind keine Ware © Bild: News/Ian Ehm

Die drei jungen Katzen und der niedliche Beagle-Welpe sind seit Tagen die Attraktion in einem Wiener Einkaufszentrum. Kinder drängen sich vor dem Schaufenster der Zoofachhandlung, rufen und locken: Sie wollen die kleinen Wesen zum Spiel auffordern. Es gelingt. Der kleine rotgetigerte, langhaarige Kater reagiert sofort, versucht den Schal eines Buben zu erhaschen, mit dem der über die Scheibe wischt.

Anders der kleine Hund. Der Welpe ist nur wenige Wochen alt. Leicht anzunehmen, dass er viel zu früh von der Mutter getrennt wurde, um noch während der vorweihnachtlichen Einkaufszeit den Umsatz zu steigern. Sehr zum Ärgernis des Verkäufers hat er sich aber verängstigt in einer Ecke seines viel zu kleinen Geheges zurückgezogen. Die Augen schützt er vor dem grellen Neonlicht mit der Pfote. Ruhe findet der arme Kerl ohnedies erst nach Geschäftsschluss, bis dahin muss er das dröhnende "Jingle Bells" aus dem Lautsprecher ertragen.

All das erleidet der kleine Hund ganz legal. Denn Tiere dürfen in Österreich wie eine Ware im einschlägigen Fachhandel verkauft werden. Ihre Herkunft wird oft nicht bekannt gegeben. Nicht auszuschließen ist, dass Tiere auch aus Qualzuchten aus den Nachbarländern angeboten werden, warnt der Tierschutzverein Vier Pfoten.

Besonders zur Weihnachtszeit erhofft man sich ein gutes Geschäft mit Tierkindern. Dass das Glück mit verspielten Kätzchen und niedlichen Junghunden oft nur ein paar Monate, wenn überhaupt nicht nur wenige Wochen währt, bedenken viele nicht.

Sobald der kleine Hund erwachsen ist und der kleine Kater sich zum selbstständigen Stubentiger gewandelt hat, verlieren die Beschenkten oft das Interesse. Das lebende Spielzeug wird zur Last, "es kostet Zeit und Geld", sagt Oliver Bayer vom Wiener Tierschutzverein. Die täglichen Spaziergänge fallen immer kürzer aus, denn Hund und Halter haben nie wirklich zueinander gefunden. Und der Kater stört nur noch.

In weniger schlimmen Fällen werden Hunde und Katzen, aber auch andere Spezies, die noch wenige Monate zuvor unter dem Weihnachtsbaum ihre Besitzer gewechselt haben, abgegeben. Schlimmstenfalls aber werden die ehemaligen Weihnachtsgeschenke von gewissenlosen Besitzern ausgesetzt. Deshalb sollte man stets bedenken: Tiere sind keine Ware und daher auch keine Weihnachtsgeschenke.

Information: www.vier-pfoten.at

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