Weichen der Zeit stehen wieder auf Reform:
Bures will ÖBB neue Strukturen verpassen

Novelle des Gesetzes von 2003 soll Effizienz bringen Zusammenlegung der Infrastrukturgesellschaften

Weichen der Zeit stehen wieder auf Reform:
Bures will ÖBB neue Strukturen verpassen © Bild: APA/Schlager

Die Konzernstruktur der Österreichischen Bundesbahnen soll nach der großen Reform von 2003 neuerlich umgebaut werden. Infrastrukturministerin Bures hat die Novelle des Eisenbahnstrukturgesetzes in Begutachtung geschickt. Ziel sei es, dem Unternehmen eine Struktur zu geben, die es ermöglicht, es effizient und flexibel zu führen, sagte die Ministerin.

Mit der derzeitigen Struktur könne die Bahn nicht entsprechend auf die aktuellen Herausforderungen reagieren, wie den massiven Einbruch vor allem im Güterverkehrsgeschäft. Die Zahl der Vorstände und Geschäftsführer der ÖBB soll jedenfalls von derzeit 22 auf 14 schrumpfen.

Die geplante Reduktion der Konzern-Leitgesellschaften unter der Holding von bisher 5 auf 3 Aktiengesellschaften (Personenverkehr, Güterverkehr/Rail Cargo und Infrastruktur) soll vor allem größere Effizienz und Flexibilität in den Bahnkonzern bringen, aber auch Einsparungen. Bisher seien für einen Zug vier ÖBB-Gesellschaften verantwortlich gewesen, in Zukunft wäre die Verantwortung nur noch auf zwei Gesellschaften aufgeteilt. Weniger Gesellschaften bedeuteten "weniger Vorstände".

Infrastruktur wird zusammengelegt
Konkret sieht der Gesetzesentwurf die - seit längerem diskutierte - Zusammenlegung der beiden Infrastrukturgesellschaften für Bau und Betrieb in eine einzige Infrastruktur AG vor. Nach ÖBB internen Berechnungen können dadurch 20 bis 25 Mio. Euro eingespart werden.

Aufgelöst wird die umstrittene Dienstleistungs GmbH , wobei deren operative Aufgaben in den Gesellschaften und die strategischen Funktionen in die Holding wandern. Auch die beiden gemeinsamen Töchter der Personenverkehrs AG und der Rail Cargo AG, Traktion und Technisches Service, sind künftig nicht mehr gesetzlich verankert und können daher von der ÖBB-Führung verändert werden, ähnlich wie die Postbus AG.
(apa/red)