Wehrpflicht oder doch keine Wehrpflicht?
Österreich steht vor einer neuen Diskussion

Vorbildfunktion? Schweden hat sie jetzt abgeschafft Überlegungen auch in Deutschland und der Schweiz

Wehrpflicht oder doch keine Wehrpflicht?
Österreich steht vor einer neuen Diskussion © Bild: APA/Neubauer

Der Wehrdienst wird immer mehr zum Auslaufmodell in Europa. Schweden hat die allgemeine Wehrpflicht am gestrigen Donnerstag abgeschafft, in Deutschland macht sich Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg für einen Wechsel zur Berufsarmee stark und selbst in der neutralen Schweiz ist der allgemeine Militärdienst keine heilige Kuh mehr. Von den 27 EU-Staaten gibt es die Wehrpflicht außer in Deutschland nur noch in Finnland, Estland, Griechenland und Zypern. Und natürlich in Österreich, wo eine neue Diskussion über die Wehrpflicht entbrennen könnte.

In Schweden ist die allgemeine Wehrpflicht in Friedenszeiten nach fast 200 Jahren Geschichte. Vom 1. Juli 2010 an ist die Absolvierung des Militärdienstes für Männer und Frauen freiwillig. Jene, die sich dafür melden, verpflichten sich künftig allerdings gleichzeitig für die Möglichkeit eines Auslandseinsatzes.

Abschaffung aus Spargründen
Die bürgerliche Regierung in Stockholm hatte die Abschaffung der Wehrpflicht im Rahmen von Einsparungen in der Armee vor drei Jahren eingeleitet. Die Wehrpflicht, die in Schweden während der napoleonischen Kriege 1812 erstmals für Männer zwischen 20 und 25 Jahren eingeführt worden war, bestand seither auch in Friedenszeiten, in ihrer modernen Form seit 1901. Mit dem Inkrafttreten des neuen Gesetzes wird die Wehrpflicht formell "ruhend gestellt".

In der Schweiz setzen sich die Sozialdemokraten (SP) für eine Abschaffung der Wehrpflicht ein. Sie fordern eine freiwillige Milizarmee mit 50.000 Mann und einem kleinen Kern aus Profis. Die Auslandseinsätze seien auszubauen. Die Grünen sind überhaupt für eine Abschaffung der Armee. Die "Gruppe für eine Schweiz ohne Armee" hat jüngst ein Volksbegehren für eine Abschaffung der Wehrpflicht angekündigt. Die bürgerlichen Parteien FDP, CVP und SVP halten dagegen am Status Quo fest. Mit 200.000 Soldaten hat die Schweiz gemessen an der Bevölkerungszahl eine der größten Armeen Europas.

Darabos gegen Abschaffung
Und wie sieht es in Österreich aus? Verteidigungsminister Darabos betonte Anfang Juni in einer Rede, dass es keine Überlegungen zur Abschaffung der Wehrpflicht gebe. Bereits zuvor betont er schon einmal: "Wir sind Berufsarmeen überlegen, die müssen nehmen, was kommt. Deswegen wird es unter mir keine Abschaffung der Wehrpflicht geben."

Fürsprecher einer Abschaffung in Österreich ist Peter Pilz. Der Grüne Sicherheitssprecher fordert in regelmäßigen Abständen eine "radikale" Bundesheer-Reform oder ansonsten eine komplette Abschaffung. In Zeiten wie diesen, in denen an allen Ecken und Enden gespart werden muss, wird Pilz mit dieser Meinung vermutlich nicht alleine dastehen.

(apa/red)

Kommentare

melden

waffenindustrie Es ist eine Schande wie weltweit die Waffenindustrie
zum Umbringen der Menschen verdient.!!!!!!!
Ich frage mich warum das nirgends erwähnt wird.

melden

Re: waffenindustrie Es ist auch für die Medien interessant über Mord und Totschlag zu berichten.

melden

Re: waffenindustrie Ich weiß . daß die Waffelobby sehr stark ist, es geht um
viel Geld (Blutgeld).

melden

Wehrpflicht Wenn man über Wehrpflicht diskutiert, sollte man die Rahmenbedingungen hinterfragen: 1) welches militärisches Bedrohungsbild gibt es in einem Friedensprojekt EU denn noch ? 2) Wehrpflichtige: wenn bis zu 50% aller Wehrpflichtigen schon untauglich sind, was bleibt dann noch für eine \'schlagkräftige\' Armee ? 3) Gesamtkosten: neben den täglichen Kosten für einen Milizmann/frau sind auch die Kosten für die Ausfälle in der Wirtschaft durch Einberufung zu Übungen zu zählen. Vergleicht man ALLE Kosten mit jenen eines Berufsheeres wird man schnell feststellen, dass ein kleines Berufsheer mit entsprechender Bewafffnung viel professioneller und kostengünstiger ist. Darüber hinaus sollte es anstatt der \'Wehrpflicht\' und \'Zivildienst\' eine kombinierte Pflicht zur Leistung an der Allgemeinheit geben.

stabilis melden

Re: Wehrpflicht Richtig!!!

Aber trotzdem sollten ALLE Bürger (Männer und Frauen) einen Art Grundmilitärdienst machen mit ca. 3 Monaten umd die Grundlagen der Verteidigung, die Befehlsketten etc. zu erlernen als auch das Schiessen an Gewehr, Pistole etc.

Damit hätten wir:

a. keine verlorenen Studienjahre für männliche Studenten mehr
b. Gleichberechtigung, auch Frauen sollen herangezogen werden.
c. Eine grundlegend an der Waffe ausgebildete Bevölkerung
d. Ein Berufsheer das kostengünstiger und effizienter ist.

Es wird dringend Zeit, in 6 Monaten kann man keine Waffenspezialisten mehr ausbilden! UNMÖGLICH!!

Zu komplexe Systeme und Anforderungen brauchen laufende Übung - siehe Allensteig :-)

Miliz.? Total überholt Wie soll man in 6 Monaten bei 2 Monaten stupider Grundausbildung zu einem Waffenspezialisten werden? Das ist unmöglich bei den high tech Waffen. Daher ist die Miliz sofort abzuschaffen und gegen ein berufsheer zu ersetzen. Spart Geld und ist effizienter!

melden

weg ... ... mit dem dreck ...

melden

Re: weg ... Ein Deutscher der in Österreich nicht wehrpflichtig ist/war erlaubt sich ein Urteil?
Sehr objektiv ...

melden

@ bad kieberer irrtum, mein effchen. ich habe durch meine mutter auch die ösi-stbgschaft, war aber trotzdem nicht beim militär, weil ich in einem nato-land wehrpflichtig gewesen wäre und dort - ach herrje - untauglich war. so ein pech, gelle?

abgesehen davon wäre ich in diesem clown-land nie zum militär gegangen und habe auch nicht vor, es zu verteidigen, weil ich schneller weg bin, als ihr "a" sagen könnt. ich verteidige EUCH sicher nicht.

da ich aber zum glück nicht in ösistan geboren und aufgewachsen bin, habe ich in jenem land eine dt. privatschule besucht und dadurch richtig deutsch gelernt und nicht jenes primitiv-"idiom", das die eingeborenen hier so "pflegen".

JETZT kapiert, du pseudo-bulle?

melden

Re: weg ... Das sie untauglich sind/waren tut mir leid für sie, denn es bedeutet ja dass sie physische und/oder psychische Defizite aufweisen die sie untauglich machen.
Und ich wünsche wirklich jedem das Beste für seine Gesundheit.

Warum sie allerdings schon wieder einmal beleidigend werden müssen verstehen sie wohl nur selbst. Aber wie schon an anderen Stellen in diesem Forum mehrfach gesagt ... mein Mitleid haben sie.
Und was ihr "richtiges Deutsch" betrifft ... "Kieberer" ist wohl ein Lehnwort aus unserem Wienerischen Idiom das sie ja als ach so primitiv verachtten, aber dankbar verwenden. Und "Effchen" gibt es weder im Hochdeutschen noch in irgendeinem Dialekt der deutschen Sprache ... nur so als Information.

Seite 1 von 1