Wehrpflicht von

Mehrheit gegen Profiheer

In einer aktuellen Umfrage sprechen sich nur 39 Prozent für ein Berufsheer aus

Bundesheer-Spitzen in Graz. © Bild: APA/HARALD MINICH/HBF

Eine weitere Umfrage sieht bei der Bundesheer-Volksbefragung im Jänner die Befürworter der Wehrpflicht in der Mehrheit. Pünktlich zu der von Verteidigungsminister Norbert Darabos (SP) präsentierten IFES-Studie, die genügend Bewerber für ein potenzielles Berufsheer sieht, veröffentlichte ATV neue Zahlen: Demnach würden 46 Prozent der Österreicher derzeit für die Beibehaltung der Wehrpflicht stimmen.

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Dagegen würden 39 Prozent der von Meinungsforscher Peter Hajek befragten 1.000 wahlberechtigten Österreicher für ein Berufsheer-Modell stimmen. Im September hatten die Gegner der Wehrpflicht laut "ATV Österreich Trend" mit 39 Prozent noch eine knappe Mehrheit vor den Befürwortern mit 37 Prozent.

"Den emotionalen Argumenten Zivildienst und Katastrophenschutz hatten die Wehrpflichtgegner bisher nicht genug entgegenzusetzen", so Hajeks Interpretation. "Und die SPÖ konnte ihre Anhänger bisher nicht so stark von der eigenen Parteilinie überzeugen, wie das der ÖVP gelungen ist."

Platter: Berufsheer nicht leistbar

Unterdessen hat sich am Donnerstag der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter (VP) kritisch zu einem möglichen Berufsheer geäußert. Dieses würde seiner Meinung nach wesentlich mehr Geld kosten als das derzeitige System und sei deshalb für Österreich nicht leistbar, sagte er in der Aktuellen Stunde im Rahmen des Dezember-Landtags zum Thema "Die Wehrpflicht NEU gestalten". LAbg. Klaus Gasteiger vom Koalitionspartner SPÖ verurteilte indes "die Panikmache der ÖVP durch das Thema Katastrophenschutz".

"Durch den Geburtenrückgang sind in zehn Jahren auch bei Beibehaltung des jetzigen Systems die Wehrpflicht und der Zivildienst in der derzeitigen Form nicht zu halten", kommentierte Gasteiger. Deshalb sei ein dringender Handlungsbedarf gegeben und die Umstellung auf ein Berufsheer müsse erfolgen, fügte er hinzu. "Die Zielsetzung ist ein Heer mit professionellen Soldaten, das den Katastrophen gewachsen und sofort verfügbar ist", meinte auch der für die Agenden Natur- und Umweltschutz zuständige SP-Landesrat Thomas Pupp.

Kommentare

derpradler

Wenn überhaupt Militär, dann Wehrpflicht! Österreich braucht keine Berufskiller!

brauser49

Fragts doch bei Umfragen nur die die es betrifft, männl. Jugendliche und nicht Pensionisten und Veteranen - Und weit und breit gibts keinen Feind, also Abschaffung der Wehrpflicht. Fuer den Katastrophenschutz genuegen sicher ein paar tausend Mann. Die Oesterreicher sind ja sonst so fuers sparen, was brächte das wohl wenn wir -zig Kasernen verkaufen koennten!

Für mich gibt es zwei objektive Grund zur Abschaffung der Wehrpflicht:

1) Ich habe selbst 8 Monate meines Lebens in Olivgrün verbracht, und solange Menschen in Unteroffiziersgraden, die über so wenig Niveau, Bildung, Menschenkenntnis und Verantwortungsgefühl dafür über so ein hohes Maß an Selbstüberschätzung, Erfolglosigkeit und Minderwertigkeitsgefühlen verfügen, auf junge Menschen los gelassen werden, sollte man alles tun dies zu unterbinden.

2) Das moderne Bundesheer sollte als schlagkräftige Einheit im Katastrophenschutz und für die Uno-Einsätze im Ausland gesehen werden. Ganz im Ernst? Von welchen bösen Feinden, sind wir denn umgeben? Und wem außer Liechtenstein (und die sind sogar in einer Verteidungsunion mit der Schweiz) könnten wir im Ernstfall auch nur länger als 12 Stunden Paroli bieten?Ist es all die Milliarden wert, nur damit ein paar Alt-Gediente Offiziere die gerne Krieg spielen würden, eine Beschäftigung haben?

Ehrlichkeit wäre angebracht. Katastrophenschutz, humanitäre Einsätze, eine kleine aber schlagkräftige Einheit, das wäre ein paar Steuergelder wert. Ein aber ebenso nutzloser wie wirkungsloser Apparat wie heute ist nicht mal einen Cent wert, solange noch erhebliche Investitionen in Kinderbetreuung, Ausbildung, Pflege und noch vielem mehr anstehen.

RobOtter

Eine objektive Entscheidung auf Basis von Konzepten ist gar nicht möglich da es keinen einzigen Entwurf zu einem Berufsheer gibt. Die ÖVP sagt sogar öffentlich dass sie erst die Entscheidung abwartet und dann ein Konzept erstellen will. Was soll denn das sein?

galileo2
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Ich glaub auch, ein profiheer würde sicher schneller aufs volk schiessen als ein wehrpflichtiger.

RobOtter
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Das würde ich so nicht unterschreiben. Wie viel Bürgerkriege kennst Du wo das Berufsheer auf die eigenen Bürger geschossen hat und die Werhrpflichtigenheere nicht?
Bsp: Jugoslavien, Syrien, u.a.

brauser49
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galileo - Sie wissen dass das ausgemachter Bloedsinn ist denn ein profiheer schiesst auf Befehl und woher sollte der kommen?

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