Wehrpflicht bleibt von

Klares Votum

Deutliche Mehrheit stimmte für die Beibehaltung der Wehrpflicht - alle Zahlen

Innenministerin Mikl-Leitner gibt das Ergebnis bekannt. © Bild: APA/Herbert Pfarrhofer

Die erste Politschlacht des Jahres ist geschlagen und das Bundesheer in seiner derzeitigen Form sowie die ÖVP haben gewonnen. In der ersten bundesweiten Volksbefragung der Geschichte votierten 59,8 Prozent für die von der Volkspartei beworbene Variante aus allgemeiner Wehrpflicht und Zivildienst, nur 40,2 Prozent stimmten laut vorläufigem Endergebnis für die von der SPÖ favorisierte Einführung eines Berufsheeres und eines freiwilligen sozialen Jahrs. Die Wahlbeteiligung lag bei 49 Prozent und wird mit den Wahlkarten noch auf über 50 Prozent klettern. Der Hauptproponent für ein "Profi-Heer", Verteidigungsminister Norbert Darabos (SP), will trotz der Schlappe im Amt bleiben und jetzt an der Reform des Wehrdienstes arbeiten.

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Österreichweit stimmten 59,8 Prozent für die Beibehaltung des derzeitigen Systems aus Wehrpflicht und Zivilidienst, lediglich 40,2 Prozent gaben dem Berufsheer und dem freiwiligen Sozialjahr ihre Stimme.

Das Gesamtergebnis
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Nach Bundesländern aufgeschlüsselt gab es die größte Zustimmung zur Wehrpflicht in Vorarlberg, der Steiermark und Kärnten. Im Burgenland hielten sich die Befürworter beider Modelle in etwa die Waage, doch das einzige Bundesland, das sich mehrheitlich für ein Berufsheer aussprach, war die Bundeshauptstadt Wien.

Bundesländerergebnisse
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Bezirksergebnisse
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Demografisch betrachtet stimmten vor allem ältere Männer für die Wehrpflicht, die selber entweder Bundesheer oder Zivildienst absolviert haben. Generell ist besonders der Unterschied zwischen den Alterskohorten auffallend. Lehnen die Unter-30-Jährigen die Wehrpflicht zu fast zwei Dritteln ab, sind bei den 30-59-Jährigen schon 61 Prozent, bei den Über-60-Jährigen gar 71 Prozent für die Wehrpflicht. Frauen sind zwar zu größerer Zahl als Männer für ein Berufsheer, doch auch sie stimmten insgesamt mehrheitlich dagegen.

Wer stimmte wie ab?
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Hauptgrund für die Wehrpflicht zu stimmen, war paradoxerweise der Zivildienst. Immerhin 74 Prozent gaben an, für das Zwangsmilitär zu stimmen, um den Zivildienst zu erhalten. 70 Prozent sind der Meinung, Bundesheer bzw. Zivildienst wären ein wichtiger Beitrag der Jugend; 63 Prozent halten das Bundesheer in seiner jetzigen Form für geeigneter bei Katastrophenschutzmaßnahmen.

Gründe für die Wehrpflicht-Entscheidung.
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Sieht man sich das Ergebnis nach Parteipräferenzen aufgeschlüsselt an, war die ÖVP der große Gewinner. Sie schaffte es, beinahe 70 Prozent ihrer Wähler zu den Urnen zu bringen und nach ihrem Willen - also für die Wehrpflicht - abzustimmen. Die Grünen brachten immerhin knapp die Hälfte ihrer Wählerschaft dazu, für ein Berufsheer zu stimmen. Demgegenüber konnte die SPÖ nur etwa 43 Prozent ihrer Wähler in ihrem Sinne mobilisieren, die FPÖ gar nur knapp 30 Prozent.

Wählerströme
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Kommentare

Oliver-Berg

Damit hat sich das Schweinebratenorakel vom Burgermasta selber eine Falle gestellt. Wahrscheinlich haben deswegen auch viele für die Wehrpflicht gestimmt, weil sie ansonsten die Dienstleistungen der Zivildiener für Hilfsorganisationen gefährdet sahen. Mit unserem Bundesheer kann man sowieso nicht viel ausrichten.

Oliver-Berg

Das Grundübel der Volksbefragung war, dass man zwei Fragen, die eigentlich nichts miteinander zu tun haben unzulässig vermengt hat.
1. Die Frage der Landesverteidigung ist eine strategische Frage ja oder nein. 2. Die Frage wie man karitative und soziale Hilfsorganisationen mit Personal und Budgts versorgt, sollte sich nicht ausschließlich an der jetzigen Form des Zivildiensts orientieren.

eine FRECHHEIT... ganz nach dem motto: "ja schaun wir mal wie es ausgeht und dann können wir mal ein vernünftiges konzept aufstellen"
die bevölkerung wird nicht aufgeklärt und keiner weiß was passiert wenn die wehrpflicht abgeschafft wird.. naja da darft man sich nicht wundern das sowas dabei rauskommt... und der Hr. Darabos ist in meinen augen der größte pfuscher... wenn er schon ein berufsheer aufstellen will, soll er sich gefälligst auch anstrengen, dahinter stehen und sagen "das ist der plan, so hinterlässt die wehrpflich keine lücken und das ist so besser" -.-

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