Wehrpflicht von

Darabos für Häupl unumstritten

Egal wie die Volksbefragung ausgeht, der Verteidigungsminister ist gesetzt

Norbert Darabos und Michael Häupl bei der Kommandoübergabe des Militärkommandos Wien. © Bild: APA/BUNDESHEER/PETER LECHNER

Für Wiens Bürgermeister Michael Häupl steht der Verbleib von Verteidigungsminister Norbert Darabos in der Regierung nicht zur Diskussion - auch dann nicht, wenn die Heeres-Volksbefragung am 20. Jänner gegen das von der SPÖ propagierte Berufsheer ausgeht. "Ich gehe nicht davon aus, dass es eine Personaldebatte gibt", so Häupl: Im Falle eines Wehrpflichtverbleibs werde er "alles tun, um Minister Darabos zu unterstützen", versprach das Stadtoberhaupt seinem Parteifreund.

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Häupl selbst hatte die Debatte um die Wehrpflicht wenige Tage vor der Wiener Gemeinderatswahl im Oktober 2010 selbst ins Rollen gebracht. Beim Heeresvotum handle es sich nicht um ein SPÖ-ÖVP-Match, sondern um eine politische Sachfrage, versicherte er heute. "Gabi Burgstaller ist der beste Beweis dafür", verwies er auf die Pro-Wehrpflicht-Haltung von Salzburgs SPÖ-Landeshauptfrau. Gleichzeitig gebe es jede Menge ÖVPler in Salzburg, die für ein Berufsheer einträten, wusste der Wiener Stadtchef zu berichten.

ÖVP-Modell nur "more of the same"

Kritik übte Häupl an der ÖVP. Deren Modellvorschlag sei lediglich "more of the same - nur mit einem Monat kürzer". Das Problem, dass es beispielsweise mehr Kellner als Infanteristen gebe, bestehe weiter. Überhaupt wäre eine Heeresrefom mit der Einführung des Berufsheers wesentlich leichter zu machen, gab er zu bedenken. Dass sich die Volkspartei zudem als "Schützer des Zivildiensts" aufspiele, sei geradezu skurril. Früher hätten die Schwarzen die Zivis fast in die Nähe von "Vaterlandsverrätern" gerückt.

Ganz klar für ein Berufsheer

Er, Häupl, trete jedenfalls "ganz klar für ein Berufsheer" ein. Die Wiener SPÖ insgesamt sei in der Heeresfrage "nicht sehr" gespalten: "Bis zu 70 Prozent unserer Jungen sind für die Abschaffung der Wehrpflicht. Bei den Älteren ist das Thema nicht wirklich interessant." Mobilisierend ist laut Bürgermeister in der Bundeshauptstadt aber sowieso weniger das Bundesheer, sondern die Frage des freiwilligen Sozialjahres.

Alles läuft optimal

Das Stadtoberhaupt wünscht sich für den 20. Jänner eine Beteiligung von einem Drittel der Stimmberechtigten. Sollte es eine Mehrheit für die Wehrpflicht geben, will es Häupl keinesfalls als Fehler verstanden wissen, die Heeresdebatte vor gut zwei Jahren losgetreten zu haben. Ob die Darabos-Kampagne pro Profiheer gut laufe, beantwortete Häupl so: "Was erwarten Sie 14 Tage vor der Befragung für eine Antwort? Alles läuft optimal, perfekt und ich habe keinerlei Verbesserungsvorschläge."

Kommentare

brauser49

Ob Häupl jetzt der Volksbefragung einen guten SP-Dienst erweist wenn er Darabos den Rücken stärkt, aber egal es geht sowieso in die Hosn.

classic2 melden

Häupl und Darabos sollten einmal zum Heer gehen die wissen nichteinmal was eine Grundausbildung ist und Zusammenhalt
und schlanker würde der Haupl auch werden weil da gibts bei der Feldwoche keinen Wein &Co

brauser49
brauser49 melden

classic hätte wohl gerne schlankere Politiker, WarLord des engl. Mächtige und ich mag den Häupl so fähig wie er ist. Und wenn er gerne ein Vierterl trinkt, was solls. Schliesslich lebt ein ganzer Berufsstand vom Alkoholverkauf (Weinhauer, Wirte, somanches Fest vom RK und auch der Großhandel) und zahlen Steuern. Wenns aber lieber einen KHG hätten der schlanker ist und vielleicht Milch trinkt, seine Steuern nun in Lichtenstein zahlt, dann Prost !

brauser49
brauser49 melden

Und was sagt wohl die Polizei wenn die alkoholisierten alle U-Bahn fahren, dann wird man wohl die Strafen für Raser verdoppeln müssen um das wieder reinzubringen.

charlykappel melden

Häupl und das Heer. Eine widersprüchliche Sache. Häupl hat diese Diskussion ja begonnen, ohne ihn hätten wir die ja gar nuicht und jetzt, nachdem er mehrere Kehrtwendungen hinter sich hat, da stärkt er Darabos den Rücken. Wenn ich Darabos wäre, würde ich jetzt ganz besonders aufpassen, was weiß er was Häupl im Schild führt!
http://charlykappel.blogspot.co.at/

brauser49
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Häupl will moeglicherweise einmal Bundespräsident werden, und da steht im Darabos GARANTIERT nicht im Weg

Also Mädels - geht wählen und wählt das Berufsheer! Denn wenn die Wehrpflicht bleibt, genügt die Klage eines einzelnen Unzufriedenen gegen die Ungleichbehandlung von Männlein und Weiblein! Und dann kann es passieren, dass die Wehrpflicht auf die Frauen ausgeweitet wird! Wenn ihr also verhindern wollt, dass in Zukunft auch Frauen zu Heer MÜSSEN, geht abstimmen und wählt das Berufsheer !!!

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mit diesem Thema wird sich die SPÖ selber mehr Schaden als Ihnen bewusst ist. Alleine schon die Propaganda die auch viel Geld verschlingt nur um das Ding durch zu ziehen ist sehr zu hinterfragen.Wenn die Wahl daneben geht sollten diese Granden einen Abgang machen,aber Sesselpicker siehe Salzburg picken wahrscheinlich weiter fest.

Ignaz-Kutschnberger
Ignaz-Kutschnberger melden

@aufzeig... Prinzipiell haben Sie nicht UNRECHT... aber aufgrund dieser Frauen-Debatte beim Bundesheer, wird sich vermutlich die Frage, ob jemand am Sessel picken bleibt oder nicht, gar nimmer stellen... dadurch hat das GANZE eine eigene Dynamik bekommen und sogar in meinem Bekannten- Freundes- und Verwandtenkreis überlegen die FRAUEN jetzt nochmalige über die Abstimmung beim Heer...

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eine eigene Dynamik bekommen... damit haben Sie 100% den Nagel auf den Kopf getroffen!

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