Wegen Namen bei Sammlern stark gefragt:
"Hitlerkäfer" ist im Bestand bedroht

'Anophtalmus hitleri' kommt nur in Slowenien vor Insekt bekam Namen über Forscher in 30iger Jahren

Der so genannte "Hitlerkäfer" - Anophtalmus hitleri - ist bedroht, weil er wegen seines ungewöhnlichen Namens bei Sammlern stark gefragt ist. Der braune, blinde Höhlenkäfer werde von der Wissenschaft geschmäht und von Neonazis geliebt, berichtet das Magazin "National Geographic Deutschland" in seiner Septemberausgabe. Zu seinem Namen kam das Insekt über einen Forscher in den 30er Jahren.

Wegen Namen bei Sammlern stark gefragt:
"Hitlerkäfer" ist im Bestand bedroht

Grundsätzlich steht einem Wissenschafter die Namensgebung frei, wenn er eine neu entdeckte Tierart beschreibt, erklärte dazu Heinrich Schönmann, Leiter der Käfersammlung im Naturhistorischen Museum Wien (NMW) gegenüber der APA. Daher ist der Name auch bis heute gültig. Die Beschreibung geht auf den Deutschen Oscar Scheibel zurück, der ein Verehrer Adolf Hitlers war. Der Gattungsname "Anophtalmus" bedeutet "augenlos".

Der Käfer ist nur in einer Höhle in Slowenien bekannt. In der Käfersammlung des NMW gibt es Präparate von Anophtalmus hitleri, allerdings sind diese nicht in der Schausammlung zu sehen. Sie stehen nur für wissenschaftliche Zwecke zur Verfügung, so Schönmann.

"Es gibt einen Run auf die Tiere. Sammler dringen in ihren natürlichen Lebensraum ein", sagte Martin Baehr, Käferexperte der Zoologischen Staatssammlung München. In der Sammlung seien fast alle Exemplare gestohlen worden, auf Börsen würden Preise von tausend Euro und mehr gezahlt. Vor der Ausrottung stehe der Käfer aber nicht. Für die Wissenschaft sei der recht gewöhnliche Käfer nicht von hohem Interesse. (apa/red)