Weg frei für Verkauf der AUA: Regierung beauftragt ÖIAG mit Abstoßung der Airline

Bund hält 42,75 Prozent an österreichischer Fluglinie Finanzminister Molterer mit Auftrag hoch zufrieden

Weg frei für Verkauf der AUA: Regierung beauftragt ÖIAG mit Abstoßung der Airline © Bild: APA

Der Ministerrat hat die Beteiligungsholding ÖIAG mit dem Verkauf des Bundesanteils von 42,75 Prozent an der Austrian Airlines beauftragt. Der Verkauf soll bis spätestens Ende 2008 erfolgen. Damit gibt die Regierung der ÖIAG mehr Zeit als bisher erwartet, um den Bundesanteil zu veräußern. Bisher hatte die Zielmarke Ende Oktober gelautet, einen Monat nach den Nationalratswahlen.

Zuvor hatten sich die Koalitionspartner SPÖ und ÖVP auf den möglichen vollständigen Verkauf des ÖIAG-Pakets geeinigt. Zugleich soll aber eine Sperrminorität von 25 Prozent plus einer Aktie weiter in österreichischer Hand bleiben. Damit könnten wichtige Beschlüsse zum Nachteil des Standorts Österreich verhindert werden.

Molterer zufrieden
Finanzminister Molterer zeigte sich nach dem Ministerrat höchst erfreut. Damit könne die Fluglinie zu 100 Prozent privatisiert werden. Die AUA sei damit in der Lage, "auf Partnersuche zu gehen". Es sei damit aber keine Entscheidung gefallen, wer der neue Partner sein soll.

Gelingt der angestrebte Verkauf des AUA-Bundesanteils von 42,75 Prozent an einen strategischen Partner aus der Luftfahrt nicht, dann droht der Airline allerdings ein massives Sparprogramm mit drastischem Personalabbau. "Sollte wider Erwarten keine strategische Partnerschaft möglich sein, werden 2009 weitere "Redimensionierungsmaßnahmen" notwendig, um eine nachhaltige 'Stand alone-Variante' sicherstellen zu können", heißt es in dem Papier, das der Ministerrat verabschiedete.

AUA-Vorstandsdirektor Bierwirth hatte erst vor wenigen Tagen erklärt, ohne Partner sei eine Halbierung der aktuellen Flotte von derzeit knapp 100 Flugzeugen auf 40 bis 50 Maschinen erforderlich. Die AUA würde dann zu einer reinen "Vienna Airline" schrumpfen. Damit wäre auch ein massiver Personalabbau verbunden. (apa/red)