Wechsel ins Frauenministerium: Treue
zu Gusenbauer hat sich für Bures gelohnt

PORTRÄT: Karriere eng mit Parteichef verbunden 44-Jährige gilt als resolut, geradlinig und fleißig

Wechsel ins Frauenministerium: Treue
zu Gusenbauer hat sich für Bures gelohnt

Doris Bures' Treue hat sich gelohnt. Die langjährige Weggefährtin Alfred Gusenbauers folgt ihrem Mentor nun auch in die Regierung. An der Seite des Chefs darf sich Bures (44) im Kanzleramt um die Frauenagenden kümmern. Dass sie das mit der ihr eigenen Resolutheit tun wird, ist absehbar.

Schon bisher war Bures' Karriere eng mit dem Namen des Parteichefs verbunden. Von der parlamentarischen Hinterbank rückte sie mit Gusenbauers Kür zum SPÖ-Chef in die rote Zentrale vor und erarbeitete sich den Ruf einer machthungrigen und nicht immer umgänglichen, dafür umso fleißigeren Partei-Managerin.

Bures ist eine klassische SPÖ-Funktionärin. Aus kleinen Verhältnissen stammend, diente sich die Zahnarzthelferin über die Parteijugend, die Liesinger Bezirksvertretung und letztlich die Mietervereinigung, deren Vorsitzende sie war, nach oben. Mit gerade einmal 28 Jahren hatte Bures schon einen Sitz im Nationalrat, außergewöhnlich gerade in der SPÖ. Zehn Jahre sammelte die Wohnrechts-Experten dort politische Erfahrung in einer großen Koalition.

Als Viktor Klima und die Seinen nach der 99er-Wahl in den Regierungsverhandlungen mit der ÖVP untergegangen waren, schlug Bures' große Stunde. Gerade ihr Jugendfreund Gusenbauer erklomm die Parteispitze, und was lag da näher als Bures mitzunehmen. Schließlich wurde ein hoher Parteifunktionär im "profil" einst mit den Worten zitiert: "Sie sind die beiden Hälften eines Gehirns."

Bures erarbeitete sich in der Parteizentrale schnell ihren Ruf. Einerseits galt sie als gnadenlos fleißig, andererseits oft auch als schroff und ein wenig egoistisch. Dass sie sich mit ihrer Co-Bundesgeschäftsführerin Andrea Kuntzl nicht besonders gut vertragen hat, war in der Löwelstraße ein offenes Geheimnis. Mit deren Nachfolger, dem umgänglichen Norbert Darabos, ging es da schon deutlich besser.

Beliebt ist Bures trotz allem nicht wirklich, vor allem in ihren eigenen Reihen und das insbesondere in der Wiener Landespartei. Gern wird ihre manchmal schrille Stimme zum Anlass für Spott genommen, andererseits weiß sich die resolute Mitvierzigerin auch zu wehren. Sie selbst bezeichnet sich als "vielleicht zu geradelinig".

Kämpfen musste die am 3. August 1962 in Wien geborene Bures schon früh. Sie war eines von sechs Kindern einer allein erziehenden Mutter. Bures machte den Pflichtschulabschluss und wurde dann Zahnarztassistentin. Die Karriere begann in der Anti-AKW-Bewegung, von wo es sie in die Partei führte. Privat ist Bures mit dem früheren Rathaus-Pressesprecher Wolfgang Jansky liiert. Die beiden haben eine erwachsene Tochter. Als ihr einziges Hobby neben der Arbeit ist Jogging bekannt, auch das Laufen verbindet sie mit Mentor Gusenbauer. (apa/red)