Wassermassen halten Australien in Schach: Bisher schon 40 Ortschaften überschwemmt

Wetteramt prognostiziert noch mehr Regenfälle Enorme finanzielle Schände und Langzeitfolgen

Das australische Wetteramt hat vor weiteren starken Regenfällen im ohnehin überfluteten Nordosten gewarnt. Die jüngsten Wetterextreme hätten sich in einem insgesamt wärmeren Klima in Australien entwickelt. Die Rekord-Regenfälle hielten voraussichtlich noch weitere drei Monate an.

Die Überschwemmungen im Nordosten Australiens haben sich mittlerweile auf 40 Orte ausgeweitet. Dutzende Bergwerke, Eisenbahntrassen und Häfen seien überflutet, sagte die Regierungschefin des Bundesstaats Queensland, Anna Bligh.

Langzeitschäden befürchtet
Das Ausmaß der Flut sei in der Geschichte des Landes beispiellos, der wirtschaftliche Schaden für die Stahlindustrie und die Landwirtschaft immens, fügte sie hinzu. Wissenschafter befürchten, die schmutzigen und mit Giftstoffen belasteten Wassermassen könnten, einmal ins Meer gelangt, den Korallen des berühmten Great Barrier Reefs schaden.

Unerfreuliche Prognosen
Für den Tagesverlauf rechneten die Behörden in der von der Außenwelt abgeschnittenen Stadt Rockhampton damit, dass der Pegel des Fitzroy-Flusses den Höchststand von 9,4 Meter erreichen könnte. In der Stadt St. George wurde für den Beginn der kommenden Woche ein Wasserstand von bis zu 14 Metern vorausgesagt. Zahlreiche Einwohner kämpften sich dort durch die Fluten, evakuierten von den Wassermassen eingeschlossene Altersheime, brachten Kranke in Sicherheit und richteten ein Notlazarett ein. "Jeder springt ein und tut, was er kann", sagte der St. George wohnende Senator Barnaby Joyce.

Am Dienstag waren noch insgesamt 22 Orte und 200.000 Menschen auf einer Fläche von der Größe Deutschlands und Frankreichs von den Fluten betroffen gewesen. Zehn Menschen starben bisher, die Schäden dürften sich nach Behördenschätzungen auf mehrere Milliarden Dollar summieren. Rund Dreiviertel der Kohlebergwerke von Queensland mussten wegen der Überschwemmungen ihren Betrieb einstellen, nach Angaben der Regierung belaufen sich allein die Verluste der Kohleindustrie auf derzeit 100 Millionen Australische Dollar (75,5 Millionen Euro) pro Tag.

(apa/red)