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Was ist Mizellenwasser?

Beautyfans schwören auf darauf. Aber wissen sie auch, was sie da verwenden?

Reinigung © Bild: istockphoto

Mizellen hier, Mizellen da. Kaum ein Reinigungsprodukt kommt aktuell ohne den gehypten Inhaltstoff aus. Wir haben uns allerdings gefragt, was das eigentlich ist - und kann. Ist das im Prinzip nur normales Wasser mit einem fancy Namen? Oder steckt mehr in (und hinter) dem Wässerchen?

Es gibt Begriffe, die tauchen aus dem Nichts in der Werbung auf. Keiner weiß so wirklich, woher sie eigentlich kommen oder was sie bedeuten, aber sie sind da. Ihre Verwendung vermehrt sich inflationär und sie finden sich plötzlich auf jedem zweiten Kosmetikfläschchen im Drogeriemarkt wieder. Stichwort BB Creme, Q10 oder AHA. Der neueste Trendbegriff: Mizellen, die einem immer wieder im Reinungssegment unterkommen. Aber was ist das eigentlich genau?

Mizellen sind Partikel, die so klein sind, dass man sie nur unter einem Mikroskop optisch erfassen kann. Sie bestehen aus Tensiden mit einem fettlöslichen Kern und einer wasserlöslichen Hülle. Durch diese Kombination fühlt sich das jeweilige Reinigungsprodukt wie normales Wasser an, hinterlässt keinen fettigen Film und ist besonders sanft zur Haut. "Diese spezielle Technologie ermöglicht, dass Mizellenprodukte ohne starkes Rubbeln oder festes Aufdrücken reinigen", erklärt die Dermatologin Dr. Anna Pinkowicz. "Dadurch sind sie oft für sensible Haut besonders geeignet." Andere Hauttypen können damit allerdings ebenfalls gereinigt werden.

Reinigende Mini-Magnete

Herkömmliches Gesichtswasser wird ergänzend zu einem Reinigungsprodukt verwendet, um dessen Rückstände von der Haut zu entfernen. Nicht so Mizellenwasser - dieses ist bereits das Hauptprodukt, um Schmutz und Make-Up loszuwerden. Dass man kein Wasser aus der Leitung (das ja einen anderen pH-Wert als die Haut hat) oder weitere Produkte verwenden muss, macht empfindliche Haut zusätzlich glücklich. Man kann sich Mizellen wie Magnete vorstellen, die das Make-Up anziehen, lösen und dann binden. Einfach auf ein Wattepad geben und damit Gesicht, Hals und Dekolleté reinigen. Augen-Make-Up kann man damit übrigens auch gleich mitentfernen. Allerdings Achtung: Nicht jedes Produkt entfernt auch wasserfestes Make-Up! "Und es ist auch nicht gesagt, dass jeder Mensch Mizellenwasser verträgt, nur weil es für sensible Haut geeignet ist", sagt Dr. Pinkowicz, die selbst übrigens ganz gerne Mizellenwasser von Avène zur Reinigung anwendet.

Gut, aber nicht neu

Dabei ist Mizellenwasser gar keine neuartige Beauty-Innovation. Das Cleaning-Produkt wird schon seit langem von Make-Up-Profis verwendet. Auf eine Firma schwören Visagisten ganz besonders: Bioderma. Deren Reinigungsprodukte (Sensibio H2O, Sébium H20 oder Hydrabio) sind schon seit Jahren im Dauereinsatz auf gestresster Model-Haut, weil man damit schnell, gründlich und leicht reinigen kann. Andere Kosmetikfirmen haben den Trend erkannt und in den letzten Monaten ähnliche Produkte kreiert und auf den Markt gebracht. Dadurch ist Mizellenwasser nun zum gehypten Begriff geworden.

Mittlerweile gibt es Mizellenwasser in den unterschiedlichsten Preiskategorien von Balea (€ 2,95) bis Dior (€ 35,95). Die Preisunterschiede lassen sich (abgesehen vom Markennamen) durch die Anwendungsmenge erklären. Viele teurere Produkte sollen angeblich in der Verwendung sparsamer sein. Manche kommen auch in einem hochwertigeren Flakon, sind mit einem speziellen Duft versehen oder Teil eines Phasen-Produkts mit weiteren Inhaltsstoffen. Mizellen gibt es auch nicht mehr nur als "Wasser" - als Fluid, Öl oder in Reinigungstüchern sind sie mittlerweile ebenfalls verarbeitet.

Mizellen für jedes Budget

  • Mizellen
    Bild 1 von 12 © Bild: Hersteller

    Garnier Mizellen Reinigungstücher, ca. € 2,95

  • Mizellen
    Bild 2 von 12 © Bild: Hersteller

    Mizellen Reinungswasser von Balea, € 2,95

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