Was bedeutet die Hunde-Lautsprache: Projekt Canis über richtige Kommunikation

Lautvariationen vervielfältigen in der Gruppe Unterschiede im „sprachlichen“ Ausdruck anerkennen

Was bedeutet die Hunde-Lautsprache: Projekt Canis über richtige Kommunikation © Bild: APA/ÖKV

Neben der Körpersprache ist die Lautsprache eine weitere Möglichkeit der hundlichen Kommunikation. Das Kontaktheulen zum Beispiel ist nicht bei allen Hunden ausgeprägt, auf Bauernhöfen lebende Hunde nehmen oft heulend Kontakt mit in der Umgebung lebenden Artgenossen auf

Bei Wölfen unterscheidet man bis zu 60 verschiedene Lautmerkmale, bei unseren Hunden schätzungsweise 17, also deutlich weniger. Wir unterscheiden Aggressionsbellen, -geifern, Angstschreien, Aufforderungsbellen, Unsicherheitsgähnen, Drohknurren, Sozialbellen, -heulen, -knurren, Ernstkampfschreien, Lustgrienen, Schmerzwinseln, -schreien, Seelenschmerz-, Hörschmerzjaulen, Wachsamkeitsbellen, Warnknurren.

Lautvariationen vervielfältigen sich
Die Lautvariationen vervielfältigen sich wenn Hunde nicht allein leben müssen und sich ihrer stimmlichen Möglichkeiten wieder bewusst werden. Ein kleiner Hund wird für denselben Anlass viel schriller, wesentlich hochfrequenter "sprechen" als ein großer Hund der aus vollem Resonanzkörper schöpft. Ob Ernst oder Spiel: Wenn große Hunde miteinander spielen und dabei gut gelaunt knurren, klingt das wie ein herannahendes Gewittergrollen, ist aber gut gemeint.

Reaktionen auf Töne
Gleiche Stimmungen können also wegen höchst unterschiedlicher Brustvolumina auch unter Hunden größte Verwirrung stiften. Ganz ähnlich reagieren Hunde auf schrille, hochfrequente Töne: aufgeregt. Tiefe, sonore Töne hingegen beruhigen Mensch wie Tier.
Für uns Menschen ist die Lautsprache des Hundes einfacher zu verstehen als seine Körpersprache da wir darin geübter sind. Tonlage, Lautstärke und Klang muss schließlich jeder Mensch täglich im Umgang mit anderen Menschen interpretieren und einschätzen können, um an einem sozialen Leben konfliktfrei teilzunehmen.

Unterschiede im „sprachlichen“ Ausdruck
Im Umgang mit unseren Hunden geht es darum, auch feinste Unterschiede im „sprachlichen“ Ausdruck unserer Hunde zu erkennen und richtig zu interpretieren. So gesehen ein weiterer Schritt zu einer konfliktfreien Kommunikation mit unseren vierbeinigen Freunden.

Mag. Michaela Marschall
Project canis. Lebensfreunde Hundetraining