Was im Herbst mit den Bäumen geschieht: Sonne und Kälte malen die Wälder bunt an

Zellen zwischen Blattstiel und Zweig sterben ab Kronen wären nicht in Lage, schweres Laub zu tragen

Stimmungsvolle Wälder in allen Schattierungen von hellgelb bis dunkelrot künden bereits von der kalten Jahreszeit - und sind für die einen Symbol für Tod und Vergehen, für die anderen einfach ein Augenschmaus. Doch was färbt die Laubbäume eigentlich so kunstvoll ein? Die Antwort ist simpel: sonnige Tage und kühle Nächte.

Und warum begeben sich Bäume eigentlich zur Ruhe? Ihre Kronen wären einfach nicht in der Lage, während der Winterstürme die schwere Last ihres Laubes zu tragen. Und vor allem könnten die im gefrorenen Grund verankerten Wurzeln nicht jene enormen Mengen Wasser aufnehmen, die von den Blättern verdunstet werden. Im Sommer können das bis zu 1.350 Liter pro Tag sein.

Aufgabe der Blätter
Im Herbst beginnen die Zellen zwischen Blattstiel und Zweig abzusterben, wodurch sich allmählich eine Korkschicht bildet, die den Saftfluss zum Laub mehr und mehr aufhält. Letzte Aufgabe der Blätter ist die Umwandlung der Stärke in Zucker, der in den Stamm zurücktransportiert und dort zu Speicherstärke wird.

Kalte Nächte verhindern die Weitergabe des Zuckers, der in den Blättern bleibt und sich im Gewebe ablagert. Da zugleich das Chlorophyll abgebaut wird, weicht das satte Grün den gelben, roten und purpurnen Farben. Braun werden die Blätter erst beim Absterben - und zwar durch braune, wasserlösliche Farbstoffe. In der Natur wird nichts verschwendet: Pilze breiten sich auf dem Falllaub aus und bilden weit verzweigte Fadengeflechte. (apa/red)