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Warum die ersten Frauen an der
Spitze häufig konservativ sind

Politik - Warum die ersten Frauen an der
Spitze häufig konservativ sind © Bild: APA/Pfarrhofer

Brigitte Bierlein ist die erste Bundeskanzlerin Österreichs, Ursula von der Leyen ist seit kurzem die erste EU-Kommissionspräsidentin. Beide Frauen gelten als konservativ. Polit-Expertin Judith Götz verrät zwei Gründe, warum konservative Frauen als erste Spitzenpositionen erreichen.

Götz sieht Gemeinsamkeiten bei von der Leyen und Bierlein: "Beide haben erstmals als Frauen das jeweilige Amt als Kommissionspräsidentin und als Kanzlerin inne und haben dieses nicht über den dafür vorgesehenen Prozess erreicht." Dass die beiden Spitzenpositionen von konservativen Frauen besetzt wurden, sieht die Literatur- und Politikwissenschaftlerin ambivalent: "Es handelt sich um ein wichtiges symbolisches Zeichen, diese durchwegs mächtigen Posten mit Frauen zu besetzen und damit auch Schritte in Richtung der Förderung von Frauen in hohen politischen Ämtern zu machen." Ob es sich dabei allerdings um gelungene Gender-Politik handle, sei fraglich, da "entsprechende Maßnahmen schon deutlich früher getroffen hätten werden können."

Moderneres Image ohne Gefahr

Der Trend zu konservativen Frauen in politischen Spitzenpositionen ist laut Götz auf zwei Faktoren zurückzuführen. "Die Frauen in konservativen oder rechten Parteien stellen die männlich geprägten Strukturen der Politik zumeist nicht grundsätzlich infrage." So würden sich Politikerinnen aus (rechts)konservativen Reihen nur selten für mehr Gleichberechtigung und die Förderung von Frauen einsetzen. "Daher stellen sie deutlich weniger Bedrohung für die Männer in den eigenen Reihen dar", erläutert die Politologin, die ihren Forschungsschwerpunkt in Gender-Politik hat. Außerdem würden rechte Parteien auch auf ein "modernes, zeitgemäßes oder zumindest weniger antiquiertes Image" setzen, wozu ihnen Frauen in Spitzenpositionen verhelfen.

Es wäre jedoch ein Fehler, so Götz, "das Engagement konservativer Frauen in der Politik einzig durch Instrumentalisierung zu erklären, da sie auch bestimmte Vorteile aus ihren Positionen ziehen". Als Beispiel nennt die Politologin die Selbstermächtigung mancher Politikerinnen, aktiv ins politische Geschehen einzugreifen und selbiges mitzugestalten. Entsprechend hätten sich auch die Partizipationsmöglichkeiten für Frauen in den letzten Jahrzehnten stetig erweitert und seien selbstverständlicher geworden.

Die Frauen an der Glasklippe

Trotzdem dürfe man auch die Politikerinnen in Spitzenpositionen zentraler oder linker Parteien nicht außer Acht lassen. Auffallend ist, hält Götz fest, dass es diesen Parteien im Zuge von Wahlkämpfen oft nicht gelingt, Frauen als Spitzenkandidatinnen ins Rennen zu schicken und dass Frauen nicht selten dann zum Zug kämen, wenn die Parteien vor großen Herausforderungen stehen. "Nach politischen Misserfolgen und verlorenen Wahlen geht es oft darum, die Scherben dieser Misserfolge wieder einzusammeln. Dabei kommen immer öfter Frauen zum Zug." Götz nennt als Beispiel die SPÖ-Parteivorsitzende Pamela Rendi-Wagner, die "als erste Frau die Parteispitze zu einem Zeitpunkt übernommen hat, als die Partei nicht recht in die Oppositionsrolle gefunden und etliche Niederlagen erfahren hat". Die Politologin fügt hinzu: "Eine durchwegs undankbare Rolle, die mit großer Wahrscheinlichkeit langfristig ihren Rücktritt zur Folge haben wird. Schließlich sind überraschende Wahlerfolge auch in der nächsten Zeit nicht absehbar."

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Zudem würden linke Politikerinnen in anderer Art und Weise als es bei Männern der Fall sei, mit Anfeindungen durch politische Gegner konfrontiert. "Abwertende Äußerungen zum Aussehen oder Drohungen, die bis hin zu Vergewaltigungen reichen, gehören für viele prominente Frauen aus linken Parteien zum politischen Alltag", erklärt Götz. Auch das sei ein nicht zu vernachlässigender Grund, warum linke Spitzenpositionen oft nicht von Frauen wahrgenommen werden.

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