Warren Hill von

Hinrichtung verschoben

Georgia: Geistig behinderter Mörder soll erst kommende Woche getötet werden

Warren Hill - Hinrichtung verschoben © Bild: APA/DPA

Eigentlich sollte Warren Hill am Donnerstag (MESZ) hingerichtet werden. Doch nun hat die zuständige Gefängnisbehörde in Georgia den Termin verschoben. Grund dafür soll die Änderung des Hinrichtungsmittels sein. Der Fall sorgt für Aufregung, weil Hill als geistig behindert gilt und deshalb gar nicht hingerichtet werden dürfte.

Wie die zuständige Gefängnisbehörde mitteilte, soll der wegen Mordes verurteilte Warren Hill um 01.00 Uhr am kommenden Dienstagmorgen (MESZ) exekutiert werden. Begründet wurde der Aufschub mit einer Änderung des Hinrichtungsmittels, die Zeit benötige. Demnach werden im Staat Georgia zum Tode verurteilte Häftlinge künftig nicht mehr durch drei verschiedene injizierte Chemikalien hintereinander getötet, sondern nur noch durch ein einziges Betäubungsmittel.

Aufregung um Geisteszustand des Mörders
Der 52-jährige Hill war zunächst wegen Mordes an seiner Freundin zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Dann hatte er im Gefängnis einen Mithäftling erschlagen und erhielt die Todesstrafe. Sein Fall hat über die USA hinaus Aufsehen erregt. Hill besitzt laut mehreren Gutachten einen Intelligenzquotienten von knapp 70 und gilt daher nach verbreiteter Expertenauffassung als geistig behindert. Deshalb dürfte er nach der US-Verfassung eigentlich nicht hingerichtet werden.

Ein Gericht in Georgia entschied jedoch, dass das Ausmaß der Behinderung nicht zweifelsfrei feststehe und gab damit grünes Licht für die Exekution. Ein Gnadengesuch an einen zuständigen Justizausschuss war in der vergangenen Woche gescheitert.