War Osama bin Ladens Versteck bekannt? USA wollen von Pakistan Antworten hören

Mögliche Versäumnisse bei Suche werden geprüft Pakistan kritisiert US-Aktion als "einseitig"

War Osama bin Ladens Versteck bekannt? USA wollen von Pakistan Antworten hören © Bild: APA/EPA/Mughal

Die Tötung des Al-Kaida-Chefs Osama Bin Laden durch US-Spezialkräfte in Pakistan bringt die dortige Führung in Verlegenheit. Staatspräsident Zardari stellte klar, dass die Kommandoaktion gegen den Terrorführer in der Stadt Abbottabad "keine gemeinsame Operation" amerikanischer und pakistanischer Sicherheitskräfte war und korrigierte damit anderslautende Aussagen des Chefs des Geheimdienstes ISI.

US-Spezialeinheiten hatten Bin Laden in der Nacht auf Montag mit einer Blitzaktion auf einem Anwesen rund 60 Kilometer nördlich der pakistanischen Hauptstadt aufgespürt und getötet. In einem Beitrag für die "Washington Post" schrieb Zardari, eine "ein Jahrzehnt andauernde Kooperation und Partnerschaft zwischen den Vereinigten Staaten und Pakistan" habe zur Tötung des Terroristen-Chefs geführt. Zugleich räumte der Präsident ein, Bin Laden sei an einem Ort gefunden worden, wo man ihn nicht vermutet habe.

Unter Sicherheitsexperten gibt es starke Zweifel, dass sich Bin Laden in Pakistan ohne Wissen von Geheimdiensten und anderen Behörden aufhalten konnte. "Die pakistanische Regierung wusste immer, dass er da ist, aber wollte das vertuschen", sagte Afghanistans ehemaliger Handelsminister.

Wusste Pakistan von Bin Ladens Aufenthaltsort?
"Er war an keinem Ort, an dem wir ihn erwartet hatten", beteuerte Pakistans Präsident Zardari am Tag eins nach der US-Kommando-Aktion gegen den Al-Kaida-Führer. Mutmaßungen in US-Medien, Pakistan gewähre Terroristen Schutz, nennt er "gegenstandslose Spekulationen". Für das Land steht viel auf dem Spiel: Seit 2001 hat der US-Kongress Pakistan mit 20 Milliarden Dollar unterstützt, zumeist Militärhilfe. Damit ist der Nachbar Afghanistans eines der Top-Empfängerländer von US-Zahlungen.

"Bevor wir nur einen einzigen weiteren Cent bewilligen, wollen wir wissen, ob Pakistan im Kampf gegen den Terror wirklich an unserer Seite steht", betont der in Haushaltsfragen einflussreiche demokratische Senator Frank Lautenberg (New Jersey). Schließlich sei das Geld ausdrücklich geflossen, um Extremisten wie Bin Laden zu bekämpfen. Sein Parteifreund Joe Lieberman ergänzt, Pakistan werde Druck zu spüren bekommen: "Sie werden uns beweisen müssen, dass sie nicht wussten, wo Bin Laden steckte." Auch die einflussreiche Vorsitzende des Geheimdienstausschusses des Senats, Dianne Feinstein, warnte, viele Abgeordnete hätten ein Problem damit, ein Land zu unterstützen, das sich nicht mit ganzer Kraft einbringe.

Kritik an USA: "Einseitige Aktion"
Pakistan hat den Einsatz des US-Spezialkommandos indes als "nicht genehmigte, einseitige Aktion" kritisiert. "Solche Aktionen untergraben die Zusammenarbeit und können eine Gefahr für den internationalen Frieden und Sicherheit sein." Keinesfalls dürfe eine solche Aktion in Zukunft zur Regel werden, erklärte Islamabad.

Die radikalislamischen Taliban fordern unterdessen Beweise für den Tod von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden. Es war die erste Äußerung der Taliban seit dem von den USA vermeldeten Tod des Chefs des Terrornetzwerks.

(apa/red)

Kommentare

watelli melden

Aufenthaltsort war bekannt Ich war für meine Firma 30 Monate in Pakistan, kenne die Mentalität dieser Menschen. Mich wundert nicht, das der Aufenthaltsort von Bin Laden bekannt war. Diese Moslems suind falsch bis in die Knochen und das von Pakistan über Afganistan bis zu den sogenannten Frweiheitskämpfern in Libyen.

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Re: Aufenthaltsort war bekannt Ich möchte nur eins Sagen hier hinzufügen, Natascha Kampusch, Briefbombenleger Fuchs, Jack Unterweger und Co kommen/lebten nicht aus/in Pakistan. Man soll den Sieg feiern und ohne die Pakistanische Geheimdienste wäre dies nie möglich gewesen!! Also mal auch Positives zu solch einer Mission und nicht immer nur rants und kritik an Ländern die nicht Teil MItteleuropas sind. Immerhin ist die Schurkenpolitik vom Westen daran Schuld das es soweit dazu kam (Heute Freund morgen Feind!)!!!

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Re: Aufenthaltsort war bekannt das kann ich mir sehr gut vorstellen, diese menschen mißtrauen allem westlichen, wie es auch umgekehrt der fall ist. deshalb sollte man nicht der irrigen meinung sein, dass hier eine "verbrüderung" möglich ist, DAS ist glaub ich die krux an der sache. mri selbst kommt es hoch wenn ich in wien verschleierte frauen sehe + ich mir denke WAS bitte tun die hier in DIESEM kulturkries? man sollte die leute dort lassen wo sie hingehören, manches mischt sich halt einfach nicht. und DEN fehler glaubich machen die amis immer wieder, glauben, dass sie freunde haben, derweil werden sie absolut NICHT angenommen... naja... finger weg, sonst verbrenntman.......

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